Dirnberger: Regierung hat dem Druck der Handelskonzerne nachgegeben

Fühlt sich GPA-Reichelt Billa mehr verpflichtet als den Verkäuferinnen?

Wien (OTS) - Widerstand kündigt AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger gegen den Plan der neuen Bundesregierung an, Verkäuferinnen künftig für jeden langen Samstag zur Arbeit zu verpflichten. "Hier hat die Regierung dem Druck der Handelskonzerne nachgegeben und es stellt sich die Frage, wie weit die Regierung nun dem FP-Mann Veit Schalle von Billa verpflichtet ist. Wer nämlich hier von freier Vereinbarkeit bei der Arbeitszeit der Verkäuferinnen mit dem Arbeitgeber spricht, negiert ganz einfach die Realität in der Arbeitswelt. Das ist eine Verhöhnung der Handelsangestellten", kritisiert Dirnberger und wendet sich auch gegen das Versagen der zuständigen Sektion Handel in der Gewerkschaft der Privatangestellten(GPA) im ÖGB. In dieser Sektion haben die sozialdemokratischen Gewerkschafter seit 1945 die Mehrheit.

"Die GPA hat schon beim lächerlich geringen Gehaltsabschluss für die Handelsangestellten im vergangenen November versagt. In Summe erhalten die Verkäuferinnen mit dem prozentuellen Abschluss auf Grund der geringen Gehälter wieder weit weniger real im Monat als der Durchschnitt der Arbeitnehmer. Aber das völlige politische Versagen der GPA und ihres Hauptverhandlers Erich Reichelt zeigt sich darin, dass auf Druck der Arbeitgeberseite die Frage der Arbeitszeit beim KV-Abschluss ausgeklammert wurde. Damit wurde auch dem Wunsch der Handelsangestellten nach einer vierstündigen, durchgehenden täglichen Mindestarbeitszeit nicht Rechnung getragen. Tausende Verkäuferinnen werden damit weiter billig auf Abruf benutzt. Für mich stellt sich die Frage, wem sich Reichelt bei den Verhandlungen verpflichtet fühlte, den Handelsangestellten oder den Konzernmanagern a la Veit Schalle", sagt Dirnberger und wundert sich auch über das diesbezügliche Schweigen des sonst so wortgewaltigen GPA-Chefs Sallmutter.

Dirnbergers Forderungen für eine Verbesserung der Situation der Handelsangestellten sind:

0 Festsetzung einer durchgehenden, vierstündigen täglichen Mindestarbeitszeit

0 der Sonntag muss arbeitsfrei bleiben
0 geleistete Überstunden müssen bezahlt werden
0 tatsächliche Anwesenheitszeit , z.B. zum Einschlichten, Putzen etc. vor und nach Öffnung des Geschäftes, ist bezahlte Arbeitszeit

Rückfragen: AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger, 01/58883/1706

(Schluss)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKD/OTS