Klima: "Theorie der Weltverschwörung ist lächerlich" Ult.: Der scheidende SPÖ-Vorsitzende über Haider, Schüssel und seine Zukunft

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT zieht Viktor Klima Bilanz über die Ereignisse der vergangenen Wochen.

Zur Bestellung von Alfred Gusenbauer zum designierten SPÖ-Vorsitzenden meint Klima, es habe "drei Möglichkeiten" gegeben:
Eine "Übergangslösung, aber dafür war ich nie, weil das kein Signal des Aufbruchs ist. Dann gab es die Möglichkeit, einen Etablierten, Schlögl oder Einem, vorzuschlagen." der "Generationssprung", also Gusenbauer", halte er aber "für das Beste".

Zu seiner Rolle als künftiger Ehrenvorsitzender meint Klima, er werde in den nächsten Wochen "viele internationale Einladungen" wahrnehmen, um bei solchen Auftritten, "Schaden von Österreich abzuhalten". In die österreichische Innenpolitik wolle er sich als Ehrenvorsitzender aber "heraushalten".

"Fühle mich von Schüssel getäuscht"

Die Verhandlungen mit der ÖVP seien, so Klima, am "Nicht-Wollen der ÖVP" gescheitert. Er habe dafür "schon länger Anzeichen gehabt, die ich aber beiseite geschoben habe." Von Schüssel fühlt sich Klima "persönlich enttäuscht, weil auch getäuscht." Schüssels Vorwurf, er habe die internationalen Sanktionen betrieben, bezeichnet Klima als "lächerlich". Schüssel habe allerdings vermutlich selbst nicht wissen können, daß derart konkrete Sanktionen seitens der EU ergriffen werden würden: "Aber daß es schwere Irritationen geben würde, wußte er. Das hat er bewußt in Kauf genommen."

Zu einer künftigen Koalition mit der ÖVP unter einem Obmann Schüssel meint Klima, die SPÖ solle keine Koalition, außer mit der FPÖ, ausschließen. Persönlich sei er aber der Meinung, "daß es mit Schüssel keine Vertrauensbasis mehr gibt."

Zum Konflikt mit Jörg Haider sagt Klima gegenüber FORMAT, er habe mit dem FPÖ-Obmann bei einem vom Bundespräsidenten gewünschten Vier-Augen-Gespräch "über eine Ministerliste aus unabhängigen Experten gesprochen". Dabei hätte Haider Kandidaten vorschlagen können, "wie die anderen Parteichefs auch." Über Inhalte sei aber nie geredet worden, "noch gab es Drohungen von mir."

"Haider nicht lernfähig"

Zu Haider sagte Klima weiter, nach dessen Entschuldigungsrede habe er "Respekt bekundet für jemanden, der sich entschuldigt." Mittlerweile, so Klima, "halte ich Haider nicht mehr für lernfähig. Sein Verhaltensmuster ist es, zu polarisieren."

Für die Zukunft plant Klima eine selbständige Tätigkeit im Bereich der Informationstechnologie "Da gibt es junge Leute mit Ideen und Leute, die in diese Ideen investieren wollen. Das zusammenspannen wäre eine schöne Sache."

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