Format: Westenthaler verschärft Angriffe auf den ORF

Abschaffung der ZiB3, tägliche Liveübertragung von Pressekonferenzen, mehr Austropop in O3

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin FORMAT verschärft FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler seine Angriffe auf den ORF und die Berichterstattung über die neue Regierung: "Die führen eine pure, parteipolitsch motivierte Hetzkampagne gegen diese Regierung." Ziel seiner Angriffe ist vor allem Informationsintendant Hannes Leopoldseder: "Das ist auch mein Hauptvorwurf an diesen Herrn:
er ist hemmungslos überfordert und nichtsahnend. Aber wir sind ja nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen und werden uns jetzt wehren.Leopoldseder ist der falsche Mann am falschen Platz. Diese Meinung wird auch im ORF zu 80 Prozent geteilt. Ablösen kann ihn aber nur der ORF selbst. Wenn Generalintendant Weis, den ich sehr schätze, nicht zwei Wochen auf Urlaub gewesen wäre, hätte es einige Berichte mit Sicherheit so nicht gegeben. Im ORF reagieren sich anscheindend einige Journalisten in grundloser Übersteigerung ihrer Ängste, an der Regierung ab."

Westenthaler kündigt entgegen Aussagen von vor zwei Wochen an, daß sämtliche, von der Regierung Klima bestellten Mitglieder des ORF-Kuratoriums ausgetauscht werden: "Es wird neu bestellt. Aber wir entsenden ausschließlich unabhängige Medien-Fachleute, keine abgehalfterten Parteisekretäre. Ich bleibe, weil ich ja nicht von der Regierung, sondern von der FPÖ nominiert wurde." Kritik übt der FPÖ-Kurator auch an der "ZiB2": "Es geht nicht, daß einige Ideologen im ORF aus tiefstem persönlichen Frust solche Stückerl drehen. Ich meine da vor allem die "ZiB 2". Dort ist eine Verlautbarungsstelle für Links, eine Kampfstelle gegen die neue Regierung. Da wird in fast jedem Bericht manipuliert." Auch Ö3 wird attackiert: "Da gibt es einen Anti-Regierungs-Mob in der Ö3-Information. Dort agitiert eine Ideologietruppe in unglaublicher Art und Weise. Wenn dann auch noch die beiden Komiker Stermann und Grissemann zum Mord an Jörg Haider aufrufen und das im ORF konsequenzlos bleibt, hört sich der Spaß auf. Wer öffentlich zum Mord aufruft, muß die Konsequenzen tragen. Da gibt es keine Entschuldigung."

Westenthaler fordert weiter die Abschaffung der "ZiB3": "Die kostet enorm viel Geld und wärmt nur Geschichten auf, die ohnedies schon bekannt sind. Diese Sendung ist zum Krenreiben, weil auch kaum einer zuschaut." Zusätzlich will der Politiker das Programmschema des ORF verändern: "Ich kann mir auch vorstellen, anstelle des langweiligen Vormittagsprogramms jeden Tag eine andere Presseveranstaltung einer Partei zu übertragen. Das wäre Politik live. Das ist gelebte Demokratie." Westenthaler fordert zusätzlich eine musikalische Inländerquote auf Ö3: "Es ist schade, daß österreichische Popmusik nicht mehr auf Ö3 gespielt wird. Ich war ein großer Ambros-Fan. Der Fendrich würde auf jeden Fall hineinpassen. Mir gehen im Radio unsere Aushängeschilder Ambros, Fendrich oder Werger ab. Auch viele andere jüngere, oder auch Opus & Co. machen Sinn. Austropop ist ein Stück österreichischer Kultur."

Generalintendant Gerhard Weis kontert: "All diese vollmundigen Ankündigungen sind völlig irreal." Tägliche Pressekonferenzen will Weis nicht übertragen: "Westenthaler schwebt anscheinend wirklich vor, den ORF zu einem Regierunsfunk zu machen. Ministerratssitzungen und Regierungsklausuren würden wir gerne übertragen."

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