"profil": Justizminister kontaktierte gekündigten OÖN- Journalisten

OÖN-Journalist Marschall will von FP-Justizminister Krüger Angebot zu kostenloser Rechtsvertretung durch dessen Kanzlei erhalten haben - Krüger: "Nur erkundigt"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in
seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat FPÖ-Justizminister Michael Krüger den von den
"Oberösterreichische Nachrichten" wegen allzu kritischer Berichterstattung gekündigten Redakteur Gerhard
Marschall in den vergangenen Tagen zwei Mal telefonisch
kontaktiert.

Nach Angaben Marschalls habe ihm Krüger die kostenlose
Vertretung durch seine Linzer Kanzlei angeboten.
Marschall zu "profil": "Krüger meinte, es wäre eine Ehre
für ihn. Ich war sehr überrascht, gratulierte ihm zur
Bestellung zum Minister und verwies darauf, dass ich
derzeit in Verhandlungen mit dem Verlag stehe und nicht
an eine Klage denke." Das habe Marschall dem
Justizminister auch bei seinem zweiten Anruf gesagt.

Michael Krüger bestätigte gegenüber "profil" die beiden
Anrufe. Der Justizminister relativierte jedoch den Inhalt
der Gespräche und will darin keine unzulässige
Intervention zugunsten seiner Kanzlei in einer potenziell publicityträchtigen Causa sehen. Er habe sich bei Marschall
- beide Male - nur darüber erkundigen wollen, ob der
Journalist "tatsächlich vom Verlag so schlecht behandelt
wurde". Krüger weiter zu "profil": "Ein Kollege
Marschalls hatte mich gefragt, ob meine Kanzlei das
übernehmen wolle. Ich habe mich darum gekümmert, weil
man der FPÖ keine Journalisten-Hatz vorwerfen können
soll."

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