"Kleine Zeitung" Kommentar: "Brandstifter" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 19. 2. 2000

Graz (OTS) - Das Demonstrationsrecht ist in einer Demokratie ein hohes Gut. Das könnten sich die Scharfmacher Andreas Khol und Peter Westenthaler durchaus von Innenminister Ernst Strasser und seiner Polizei erklären lassen. Eine Regierung wird Kundgebungen gegen sich aushalten müssen.

Dieselbe Verantwortung muss man aber auch von jenen verlangen, die zu Kundgebungen aufrufen.

"Widerstand, Widerstand . . ." skandierten die Schüler, die gestern in Wien demonstriert haben. Ein "Regime" nannte Viktor Klima die neue Regierung mehrmals.

Den Schülern kann man schwer vorwerfen, was sie tun, aber jene, die solche Worte in Umlauf setzen, handeln gefährlich. Sie sind Verführer, wenn sie der Jugend vormachen, man könnte die Entscheidung mittels Stimmzettel auf der Straße korrigieren.

Man kann tausend politische und moralische Gründe gegen diese Regierung haben, aber sie ist nicht irgendein diktatorisches "Regime", sondern nach einer demokratischen Wahl legitim an der Macht. Hier von "Widerstand" zu reden beleidigt auch jene, die ihn gegen Diktaturen geleistet und dafür ihr Leben riskiert haben.

Wer jetzt bewusst falsche Vokabel verwendet, ist ein Brandstifter.

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