Trotz vereinzelter Sorgen gute Situation im Tourismus

Salzburger Jugendgästehäuser gehören zu den Hauptbetroffenen -Offenheit und gezielte Information als Gegenstrategie

Wien(PWK) Dem österreichischen Tourismus scheint generell gesehen weiterhin die Sonne. Allerdings treffen tatsächlich vereinzelte Stornos von Gästen vor allem aus den USA, Israel, Frankreich, den Niederlanden und Belgien ein. Diese Stornierungen erfolgen primär auf Grund übertriebener Berichte in ausländischen Zeitungen, die "einen demokratisch legitimierten Machtwechsel zu einem politischen Umbruch hochstilisieren", erklärt der Obmann der Bundessektion Tourismus- und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Hansjörg Kröll, in einer Reaktion auf eine Reihe gezielt verunsichernder Berichte.

Generell ist der Städtetourismus, wie etwa in Wien, stärker betroffen als die Ferienhotellerie. Von einem tatsächlichen Einbruch könne jedoch sicherlich nicht gesprochen werden, betont Kröll unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage der Bundessektion in den wichtigsten österreichischen Tourismuszentren und -regionen. Sämtliche größere Veranstaltungen und "Mega-Kongresse" stehen nach wie vor auf dem Programm, auch wenn es mitunter notwendig ist, den ausländischen Organisatoren die tatsächliche Lage im Land zu erklären. Im Kongresssektor sind nach Meinung Krölls auch in nächster Zeit nicht allzuviele Absagen zu erwarten.

In der Ferienhotellerie gibt es vereinzelte Stornierungen auf Grund der politischen Situation. Stärker betroffen sind Beherbergungsbetriebe, die Schulskikurse - vor allem aus Belgien -unterbringen. Obwohl die Schulverantwortlichen und die Schüler weiterhin sehr gerne nach Österreich kommen wollen, hat das zuständige belgische Ministerium die Abhaltung von Schulskikursen in Österreich untersagt. Diesbezüglich sind vor allem in Salzburger Jugendgästehäusern von "Young Austria" Absagen eingetroffen.

Dazu kommen, wie in der Branche üblich, Stornierungen allgemeiner Art, die schwer zuzuordnen sind.

Erwähnenswert ist, wie Kröll hervorhebt, dass es gerade bei Gästen aus Ländern wie Belgien und Deutschland, wo der überwiegende Teil der Bevölkerung die "von oben" angeordneten Sanktionen ablehnt, zu Sympathiekundgebungen kommt. In der Steiermark ist der Umfrage zufolge der Regierungswechsel bei den Urlaubern "überhaupt kein Thema". Deutsche Gäste solidarisieren sich mit ihren Gastgebern unter dem Motto "Jetzt lassen wir die Österreicher nicht im Stich". Tirol ist derzeit sehr gut ausgelastet, vereinzelte Stornos gehen allerdings auf die neue politische Konstellation zurück.

Aus dem Bundesland Vorarlberg werden einzelne Stornos in der gehobenen Hotellerie gemeldet. Es gibt auch einige Stornos bereits für den kommenden Juni. Praktisch keine Absagen werden aus Oberösterreich gemeldet. Aus Niederösterreich liegen Meldungen über einige Absagen vor.

Wie bereits heute berichtet (siehe APA 199 vom 18.2.), zeigt die derzeitige politische Situation kaum Auswirkungen auf Kärntens Tourismus. Bisher haben ein Prozent der Betriebe Stornierungen "in starkem Ausmaß" zu verzeichnen, weitere 3 Prozent spüren "geringfügige" Rückgänge.

Nach Mitteilung der Österreich Werbung liegt in einigen Märkten die Nachfrage nach Sommerurlaub in Österreich zur Zeit unter dem Durchschnitt. Dennoch ist die ÖW zuversichtlich, dass der heimische Tourismus das gute Vorjahres-Sommerergebnis auch heuer wieder erreicht.

Die Außenstellen der ÖW werden zusätzlich zu ihren umfangreichen Marketingaktivitäten in wichtigen Herkunftsmärkten "Round-Table-Gespräche" mit nationalen Reiseveranstaltern und Medienvertretern durchführen. Dabei wird einer möglichen Verunsicherung von (potentiellen) Gästen mit Offenheit und gezielter Information begegnet. Seitens der Bundessektion wird nach innen vor allem durch verstärkte Betonung der Gastfreundschaft und Servicequalität und nach außen in Zusammenarbeit mit den österreichischen Handelsdelegierten auf den wichtigsten Märkten aufklärend gewirkt. (hp)

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