Benzinpreis : "Meinungsmache pur"

Wien (OTS) - Steigende Rohöl- und Treibstoffpreise werden zum unzähligen Mal von Politikern und Interessensvertretern wider besseres Wissens benützt, um Schlagzeilen zu machen und in eigener Sache punkten zu können. Das Ergebnis dieser Art von "Meinungsmache" soll emotionalisieren und dem eigenen Vorteil gereichen, blendet jedoch den Konsumenten und schadet der Wirtschaft.

Die Fakten sind ganz einfach:

Seit Jahresbeginn 1999 hat sich der Preis von Rohöl durch die gekürzte Rohölförderung der OPEC mehr als verdreifacht (Rohöl Brent von rund 9 auf 28 US$ pro Barrel). Im ähnlichen Ausmaß haben sich Einstandspreise für Benzin und Diesel verteuert. Die Pumpenpreise sind in diesem Zeitraum um ca 20 % gestiegen. Diese höheren Einnahmen landeten jedoch ausschließlich bei den Ölförderländern und wegen der Mehrwertsteuer beim Staat. Für die Mineralölfirmen haben sich die Vertriebsspannen aus diesem Titel nicht verändert - ganz im Gegenteil:

Die Mineralölfirmen sind durch die Ende März 1999 politisch erzwungene Verkaufspreisgestaltung mit einer Schmälerung der Vertriebsspannen konfrontiert, welche den Betrieben Substanz kostet, dramatische Ergebniseinbrüche im Tankstellengeschäft verursacht und nachhaltige Folgewirkungen auslöst.

Es ist eine betriebswirtschaftliche Binsenweisheit, dass die Erhöhung von Einstandskosten in den Verkaufspreisen untergebracht werden müssen. Dies auf Dauer nicht zu tun würde zwar den "Wortspendern" und selbsternannten "Konsumentenschützern" gefallen, ist jedoch ein sicheres Rezept für den Konkurs. Der immer wiederkehrende, geradezu reflexhafte Ruf nach amtlicher Preisregelung planwirtschaftlicher Prägung kann die weltweite Entwicklung von Rohstoffpreisen in Österreich nicht ausser Kraft setzen, auch wenn dies leierkastenmäßig ständig wiederholt wird.

Der Wechselkurs des US-Dollar als Leitwährung für Mineralölprodukte stieg seit Jahresbeginn 1999 um ca 21 % und befindet sich derzeit im Vergleich zum EURO auf einem Hoch. Auch dass Treibstoffpreise an den Tankstellen zu etwa 65 bis 70 % aus Mineralölsteuer- und Mehrwertsteuer bestehen, sollte allgemein bekannt sein.

Der Fachverband der Erdölindustrie und dessen Mitgliedsfirmen erläutern gegenüber "Fachleuten" und Medien seit Monaten die unterschiedlichen europäischen Rahmen-bedingungen im Tankstellenbereich und deren nachteilige Auswirkungen auf die österreichische Nettopreisgestaltung beim Treibstoff.

Österreichs Abgabepreise an den Tankstellen - und diese sind ausschließlich für die Konsumenten im Alltag relevant - liegen seit Monaten substantiell unter dem EU-Durchschnitt. Die Forderung des ÖAMTC, die Netto-Treibstoffpreise auf EU-Niveau zu senken, ist Popilismus reinsten Wassers.

Der Eindruck, es gehe nicht um den Konsumenten sondern um die eigene Sache, wird dadurch wieder einmal verstärkt. Gibt es dafür Gründe ? Wahrscheinlich !

Genauso gibt es gute Gründe, warum zur Zeit viele deutsche Autofahrer nach Österreich fahren, um ihre Tanks aufzufüllen: weil es zur Zeit günstiger ist in Österreich zu tanken als in Deutschland. Dass die deutschen Mineralölunternehmen unter "existenzbedrohend niedrigen Margen" leiden, wie dies jüngst einschlägige Fachjournale berichten, führt vor Augen, dass es sich bei Benzin und Diesel um die preistransparentesten Produkte handelt und sich genauso wie in Österreich ein enormer Verdrängungswettbewerb abspielt.

Der interessierte Konsument kann sich ein eigenes Bild machen, siehe Grafik "Effektive Tankstellenpreise EU; Eurosuper 95, Diesel" (Abrufbar AOM/OGS)

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