Euro beschleunigt Strukturänderungen des europäischen Marktes

Wiener Börse AG positioniert sich neu mit kompetitiver Unternehmensstruktur und Ausbau der Kernkompetenzen

Wien (PWK) - Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion führt zu einer Beschleunigung struktureller Änderungen in Europa wie die Öffnung der Finanzmärkte, den Trend zu Privatisierungen, Deregulierung, Eigenkapitalfinanzierung. "Gleichzeitig induziert der Euro eine neue Marktordnung. Die Kapitalmärkte werden breiter und tiefer, die Privateinlagen nehmen zu, das Shareholder-Value-Denken wächst und Investment Management wird professionalisiert", erklärte Ludwig Niessen von der Wiener Börse AG beim "Club Euro" in der Wirtschaftskammer Österreich.

Bei den EU-Aktienmärkten sei eine Liquiditätskonzentration im Gange während sich die Märkte zusehends vernetzen. "Dementsprechend befinden sich die europäischen Börsen in einem völlig neuen und rasch verändernden Umfeld, auf das es flexibel zu reagieren gilt", betonte Erich Obersteiner, Mitglied des Vorstandes der Wiener Börse AG, ebenfalls bei der Club-Euro-Veranstaltung. Bisher verfügten die Börsen über einen Exklusivstatus und die Entscheidungsfindung war starren und komplizierten Vorgängen unterworfen. Nun sind sie unmittelbarer Konkurrenz ausgesetzt und müssen rasch und flexibel agieren.

Die Wiener Börse konnte sich erfolgreich an die neue Situation anpassen, indem sie wichtige Schritte setzte wie:
- die Privatisierung zur Wiener Börse AG, wodurch nun Entscheidungen schneller gefällt und zielgerecht umgesetzt werden können
- Konzentration auf Kernkompetenzen und deren kontinuierlicher Ausbau - Nutzung des neuen Kassahandelssystem Xetra, mit dem der große Markt bezüglich der Vertriebskanäle abgedeckt werden kann
- Organisation von "liquiditäts-erhöhenden" Märkten und "Themenmärkten" etc.

"Die Suche von Themenmärkten ist ein entscheidender Schritt", erklärte Obersteiner. "Es gilt Märkte zu finden, wo es für Anleger glaubwürdig ist, dass Österreich über hohes Know-how verfügt, wie beispielsweise im mittel- und osteuropäische Raum." Für diesen Themenmarkt ist die Wiener Börse AG mit der großen Deutschen Börse AG ein Joint-venture unter dem Namen "newex" (New European Exchange) eingegangen. Über das newex-Zentrum mit Sitz in Wien werde östlichen Unternehmen ermöglicht westliches Kapital für ihre Betriebe einzuholen, so Obersteiner.

Für die Zukunft strebt die Wiener Börse auch eine Partnerschaft in einer globalen Allianz an. "Früher hatte jedes Land seine eigene Fluglinie, nun haben sich alle in Allianzen zusammengeschlossen, ähnliches wird sich auch bei Europas Börsen abspielen, wo sich vier oder fünf globale Allianzen bilden werden", schätzt Obersteiner, und die Wiener Börse AG werde mit dabei sein.

Ein wesentliches Ziel, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, ist klarerweise die Kostenreduktion. Wie hoch die Kosten für eine Wertpapiertransaktion in Europa noch liegen verdeutlichte Ludwig Niessen am Beispiel der USA: "In den USA werden pro Jahr 1.114 Mio Transaktionen umgesetzt, was 587 Mio US-Dollar kostet, in Europa werden 210 Mio Transaktionen - also weniger als ein Fünftel -umgesetzt, die Ausgaben betragen hingegen 960 Mio US-Dollar." Daran zeige sich der dringende Handlungsbedarf in Europa zu Harmonisierung und Konsolidierung. Der Euro sei dafür Wegbereiter und treibe die Optimierung voran, zeigten sich Obersteiner und Niessen überzeugt. "Die Wiener Börse AG wird in der Lage sein auf die raschen Veränderungen entsprechend zu reagieren und die daraus resultierenden Chancen zu ergreifen." (Ne)

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