Mauerbach - eine Kartause öffnet sich

Ausstellung macht Geschichte und Denkmalpflege erlebbar

St.Pölten (NLK) - Die Fertigstellung der Restaurierungsarbeiten
am Innenraum der Klosterkirche Mauerbach nimmt das Bundesdenkmalamt zum Anlaß, in einer sehr anspruchsvollen Ausstellung seine Arbeit in der Kartause seit dem Jahr 1979 vorzustellen, als es das vom Verfall bedrohte Bauwerk übernahm und dort seine Restaurierwerkstätten einrichtete. Die Schau heißt "Eine Kartause öffnet sich - Mauerbach -Denkmalpflege aktuell" und wird vom 11. Mai bis 30. Juli gezeigt. Sie wird nicht nur im wiederhergestellten Innenraum der Klosterkirche präsentiert, sondern auch in anderen Räumen des Klosters, beispielsweise in einer Mönchszelle des 15. Jahrhunderts. Die Klosterkirche selbst hatte nach der Aufhebung des Kartäuserklosters durch Kaiser Joseph II. als Anstaltskirche des danach im Klostergebäude untergebrachten "Spitals", eines Siechenhauses, weiterbestanden. Der Raum hinter dem Lettner - nur wenige Kirchen haben diese Trennmauern heute noch erhalten - wurde allerdings durch einige Stockwerke unterteilt. Die eindrucksvollen, monochromen Deckenfresken blieben erhalten. Sie wurden jetzt von Übermalungen und Beschädigungen befreit.

Die bisherige Arbeit des Bundesdenkmalamtes in der Kartause wird in der Ausstellung ebenfalls dokumentiert. Die Bausubstanz selbst bot stets bestes Anschauungs- und Experimentiermaterial für die Denkmalpflege, die sich in Mauerbach weiterentwickelte. Sie wird wegen dieser einmaligen Situation in aller Welt heftig beneidet. "Bisher ist etwas mehr als die Hälfte der gesamten Bausubstanz wiederhergestellt, dafür war ein Gesamtaufwand von mehr als 200 Millionen Schilling notwendig, der zu einem Teil von der Denkmalpflege aufgebracht wurde. Aber auch die Bauindustrie half partnerschaftlich mit und besann sich wieder auf den Umgang mit alten Materialien. Mauerbach hat sich aber auch zu einem kulturellen Zentrum mit hohen Ansprüchen entwickelt, besonders bestimmte Sparten der Musik passen hervorragend in die Räume", berichtet Dipl.Ing. Karl Neubarth, der Leiter der Abteilung Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamtes.

Man wird durch die Ausstellung, in der Geschichte erlebbar gemacht und die Technik der Denkmalpflege nachvollziehbar dargestellt wird, nur mit Führungen gelangen können, bei denen diese beiden Sichtweisen zum Tragen kommen. Neben allgemeinen Führungen sind auch Spezialführungen geplant, wenn man sich für einzelne Kapitel der Denkmalpflege oder der Baugeschichte der Kartause interessiert. Man hofft auf 20.000 Besucher. "Damit würde diese Ausstellung durch Eintrittsgelder ihre Kosten decken können", gibt sich Neubarth optimistisch. Langfristig wird Mauerbach nicht, auch wenn alles restauriert ist, in ähnlicher Weise wie etwa Schloss Schönbrunn oder Stift Melk für die großen, geldbringenden Touristenströme vermarktet werden können. Aber mit speziellen Angeboten aus dem Bereich der Kultur und unter Ausnützung der Ressourcen der Gegend rund um die Kartause wird es auch weiterhin gelingen, dem Haus Sinn und Bestimmung zu geben, meint Neubarth.

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