SPÖ-Vorsitz

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: SPÖ-Vorsitz Ausgabe vom 18. 2. 2000 Klagenfurt (OTS) Wohl für die meisten Menschen in Österreich und wohl auch für die meisten in der SPÖ ist Alfred Gusenbauer nicht nur ein unbeschriebenes Blatt, sondern schlicht unbekannt. Nachgesagt wird ihm, er sei ein Roter durch und durch, aber pragmatisch, kämpferisch, aber nicht polarisierend, unerbittlich in der Zielvorgabe, aber mit Humor auf dem Weg. Rein äußerlich ist der neue SPÖ-Vorsitzende gewöhnungsbedürftig. Da ist nichts vom Nadelstreif, nichts vom Salonsteirer, nichts von abgetragener Wollweste, die zu tragen Privileg abgeklärten Alters ist. Gusenbauer repräsentiert eine neuen Typ. Wir tun uns schwer, wir können ihn nicht einordnen. Wenn er nicht den Fehler begeht, wie ein anderer sein zu wollen, hat er das Zeug in sich, Gusenbauer zu werden. Wir werden ihn schon noch kennen lernen. Die SPÖ hat mit ihrer Entscheidung für Alfred Gusenbauer als neuen Vorsitzenden Mut und sehr viel Kraft bewiesen. Sie hat sich für einen entschieden, der bisher praktisch von allen Anfechtungen der Macht unberührt geblieben war. Bei aller persönlicher Integrität der Betroffenen, Macht beschädigt. Der neue Mann sollte unbeschädigt beginnen können. Das aber setzt solidarischen Machtverzicht voraus. Gusenbauers Ruf ist der eines "Roten". Seit Jahrzehnten hat die SPÖ nie so dringend eines "Roten" bedurft wie heute. Wenn Gusenbauer im Sinne der Menschen diesem seinen Ruf gerecht wird, wird es zum Schaden Österreichs nicht sein.

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