"Kleine Zeitung" Kommentar: "Es ist kana da" (von Ernst Heinrich)

Ausgabe vom 18.02.2000

Graz (OTS) - Die folgende Handlung ist völlig frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist nicht zufällig und durchaus erwünscht: Erbtante Amalia im fernen Kanada feiert ihren 80. Geburtstag. Viele Verwandte hat sie nicht mehr, also lädt sie ihren Neffen Jörgerl aus Österreich ein. Und der klettert flux ins Flugzeug nach Montreal.

Seinen Bekannten daheim erzählt der Jörgerl großspurig, er müsse zu einem "sehr wichtigen internationalen Treffen" fliegen. Das ist nicht gelogen. Denn wenn ein Österreicher die Tante in Kanada besucht, ist dies ein "internationales Treffen". Und wenn Erbtante Amalia einlädt, dann ist der Besuch bei der alten Dame für potenzielle Erben in der Tat "sehr wichtig".

Die Bekannten vom Jörgerl daheim in Österreich wundern sich dennoch:
"So ein Angeber", sagen sie. "Er hätte uns doch gleich sagen können, dass er bloß privat nach Kanada fliegt."

Hätte er nicht! Denn hätte er vorher kund getan, dass er zu Tante Amalia will, hätten die kanadischen Behörden, die den Jörgerl aus irgendeinem Grund nicht schätzen, einen Vorwand gesucht, ihn nicht einreisen zu lassen. Etwa: "Brauchst nicht kommen, Jörgerl! Es is kana da in Kanada!" ****

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