LR Kranzl präsentierte aktuelle Bilanz der Schuldnerberatung

"Die Verschuldung von Privatpersonen steigt weiter enorm an"

St.Pölten (NLK) - Bei beachtlichen 1,3 Millionen Schilling lag im Vorjahr die Durchschnittsverschuldung der Niederösterreicher. Landesrätin Christa Kranzl präsentierte heute die Bilanz der Schuldnerberatung Niederösterreich für das Jahr 1999. Bei ehemals Selbständigen, die mit ihrem Unternehmen in Konkurs gegangen sind, liegt die Durchschnittsverschuldung bei 2,7 Millionen Schilling. Sich auf den Kauf einer teuren Wohnung einzulassen, hat auch für viele unangenehme Folgen: Hier liegt die Durchschnittsverschuldung bei den "Problemfällen" bei 1,7 Millionen Schilling. "Meine größte Sorge ist es aber", so Kranzl, "daß junge Menschen und Jungfamilien durchschnittlich mit 417.000 Schilling verschuldet sind." Weshalb es zu einer ständigen Verschlechterung der Situation kommt, hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen. So sorgt die Bankomatkarte, so praktisch sie auch ist, für eine Entfremdung von Bargeld. Viele verlieren völlig den finanziellen Überblick. Bei Jugendlichen wird auch das Handy immer mehr zum Problem. Zwar müssen Eltern Handy-Verträge mitunterschreiben, können diesen Wunsch ihren Kindern aber meist nicht abschlagen. Die neue Möglichkeit, per Internet einzukaufen, verführt ebenfalls zum unkontrollierten Geldausgeben.

Die Schuldnerberatung setzt mit ihrer Strategie schon in den Schulen an und klärt über tatsächliche Kosten auf. 1999 führte sie 4.493 Beratungen durch. Ein von der EU finanzierter "Schuldenkoffer" wurde geschaffen, um Menschen zwischen 14 und 25 Jahren zu mehr Selbständigkeit zu erziehen und über Risiken aufzuklären. Als letzter Ausweg bleibt das "Schuldenregulierungsverfahren": 1999 gab es 218mal den "Privatkonkurs".

"80 Prozent der ‚Schuldnerkarrieren‘ beginnen bereits im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Ich freue mich, daß die Schuldnerberatung eine effiziente Gegenstrategie entwickelt hat und wertvolle Arbeit leistet", stellte Landesrätin Kranzl abschließend fest.

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