ITN plant Schauprozess ohne Zeugen

Frankfurt/M. (ots) - Verleumdungsprozess ITN vs. LM beginnt am 28.2.00. ITN beabsichtigt, BBC World Affairs Editor John Simpson und andere LM-Zeugen auszuschliessen.

Anhörung vor dem High Court am 21.2.00.

Am 28.2.00 beginnt vor dem britischen High Court der Prozess Independent Television News (ITN) gegen LM Magazin (www.informinc.co.uk). ITN nutzte im Januar 1997 die als pressefeindlich berüchtigten »Libel Laws« (Verleumdungsgesetze), um gegen die Publikation eines Artikels von Novo-Chefredakteur Thomas Deichmann in LM über die berühmte ITN-Aufnahme eines ausgemergelten Muslims hinter Stacheldraht im Lager Trnopolje in Bosnien vorzugehen. Deichmann bezeichnete diese Aufnahme als Täuschung, weil der Stacheldraht nicht um das Lager, sondern um die Journalisten herum stand.

ITN verdeutlichte nun erneut, dass die Gewalt der Libel-Gesetze voll ausgeschöpft werden soll, um selbst im Gerichtssaal eine Diskussion über Deichmanns Enthüllungen zu unterbinden. ITN beabsichtigt, Zeugen der Verteidigung aus dem Gerichtsverfahren auszuschliessen. Bei einer Anhörung am 21.2.00 wird hierüber entschieden.

Offenbar reagiert ITN damit auf Berichte, dass auch der hochangesehene BBC World Affairs Editor John Simpson als Zeuge für LM aussagen wird. ITN plant nicht nur, Simpson als Zeugen auszuschliessen, sondern auch Thomas Deichmann und den angesehenen Publizisten Phillip Knightley (Autor von »The First Casualty«) sowie andere Zeugen. Gelingt dies, bleibt einzig der angeklagte LM-Herausgeber Mick Hume als Zeuge der Verteidigung übrig. Novo-Chefredakteur Thomas Deichmann sagte hierzu:

»ITN hat meinen Schilderungen über die Platzierung des Stacheldrahts nie widersprochen. Der Versuch, mich und andere renommierte LM-Zeugen aus dem Verfahren auszuschliessen, ist absurd. Angesichts dieser Pläne stellt sich erneut die Frage, ob ITN wirklich an einer rückhaltlosen und uneingeschränkten Aufklärung des Falls interessiert ist.«

ots Originaltext: NOVO Magazin
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