ÖGB Kaske: "Ein klares Nein zum schwarz-blauen Pakt!"

Dienstleistungsberufe leiden besonders unter dem Belastungspaket!

Wien (ÖGB/HGPD). "Diese Regierung hat es geschafft, ein international anerkanntes Land in die Isolation zu treiben und national die Gesellschaft zu spalten", empörte sich Rudolf Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) bei einem Pressegespräch zum Thema "Kein Herz für DienstnehmerInnen!".++++

Kaske formulierte "Ein klares Nein zum schwarz-blauen Pakt!" und wies darauf hin, dass insbesonders die Mitglieder der Gewerkschaft HGPD von den Sparplänen der Regierung betroffen sind.

Laut Tourismusstaatssekretärin Mares Rossmann, einer Wirtin aus Graz, werde es künftig 8000 Saisonniers geben. "Das sind 3000 mehr als bisher pro Jahr", rechnete Kaske vor: "3000 Arbeitnehmer die derzeit ganzjährig beschäftigt sind, verlieren höchstwahrscheinlich ihren Job an Saisonniers. Das heißt, es bleiben neue Ausländer illegal da und jene Ausländer die bereits im Land integriert sind und bisher zum Teil als Saisonnier arbeiten, bekommen keine Bewilligung und werden auch in die Illegalität gedrängt." 30.000 seien davon betroffen, erklärte der HGPD-Vorsitzende. Die Bekämpfung der Schwarzarbeit mittels Gesetz sei hingegen kein Thema im Regierungspakt. Kaske kritisierte auch neuerlich den Plan, die Tagesarbeitszeit für Lehrlinge auf 23 Uhr auszudehnen. Unternehmer würden so weniger Fachkräfte und Hilfsarbeiter einstellen: "Es handelt sich um eine versteckte Lohnsenkung von brutto 400 Millionen pro Jahr."

Sorgen macht sich Rudolf Kaske auch um den Berufsstand der Hausbesorger: "Wegen angeblich zu hoher Kosten soll gleich eine ganze Berufsgruppe "entsorgt" werden. Das heisst, man will ein neues Arbeitsrecht schaffen und in Wahrheit die Löhne kürzen." 95 Prozent der Hausbesorger verdienen, so Kaske, unter 16.000 Schilling brutto. An eine Verbilligung der Mieten dadurch glaubt Kaske nicht.

Besonders empört ist der HGPD-Vorsitzende über den Plan der neuen Bundesregierung, Langzeitarbeitslose zu sozialen Diensten zu verpflichten: "Nicht nur, dass wir als Steuerzahler für das sogenannte Bürgergeld zur Kasse gebeten werden sollen. Das ist eine Diskriminierung einer ganzen Berufsgruppe." Kaske warnte vor dem Lohndruck für die Beschäftigten, die Großteils eine Ausbildung zwischen 200 und 400 Stunden absolviert haben und nun von unqualifizierten Kräften von ihren Arbeitsplätzen verdrängt werden sollen: "Nein, zum Zwangsarbeit-Bürgerdienst!"

Auch viele der übrigen Maßnahmen im Belastungspaket der Regierung beträfen Mitglieder seiner Gewerkschaft, die doch zu einem großen Teil aus Frauen bestehe, erklärte der HGPD-Vorsitzende. Kaske sieht den sozialen Frieden gefährdet und versprach abschließend. "Wir werden schonungslose Aufdecker und Bekämpfer der schwarz-blauen Politik, die sich gegen die Arbeitnehmer unseres Landes richtet, sein." (kk)

ÖGB, 17.Februar 2000 Nr. 87

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