Mitteilung des Österreichischen Presserates

Wien (OTS) - Der Österreichische Presserat hat sich in seiner Sitzung vom 16. Februar 2000 mit seiner Beschwerde gegen die Veröffentlichung von Bildern des jugendlichen Verdächtigen im Fall Brandstiftung in St. Georgen/Gusen in "Kleine Zeitung" vom Mittwoch, 12. Jänner 2000, "Neue Kronen Zeitung" vom Mittwoch, 12. Jänner 2000, "NEWS" vom Mittwoch, 12. Jänner 2000 und "Der Standard" vom Donnerstag, 13. Jänner 2000 befaßt und wie folgt entschieden:

Die "Neue Kronen Zeitung", "Kleine Zeitung" und "NEWS" haben nach § 13 (2) d) 2. der Geschäftsordnung des Österreichischen Presserates die Berufspflichten der Presse grob verletzt.

Begründung:

Im Pkt. 6.3. des Ehrenkodex der Österreichischen Presse heißt es wörtlich:

"Vor der Veröffentlichung von Bildern und Berichten über Jugendliche ist die Frage eines öffentlichen Interesses daran kritisch zu prüfen."

Weiters gilt Pkt. 9.1. des Ehrenkodex der Österreichischen Presse:
"In konkreten Fällen, (...) wird es notwendig sein, das schutzwürdige Interesse der Einzelperson an der Nichtveröffentlichung eines Berichts bzw. Bildes gegen ein Interesse der Öffentlichkeit an einer Veröffentlichung sorgfältig abzuwägen."

Das Verfahren gegen "Der Standard" in derselben Causa wurde vom Presserat gemäß § 13 (2) a) seiner Geschäftsordnung - "kein Grund zum Einschreiten" zurückgelegt, da die bildliche Darstellung des Verdächtigen ausreichend verfremdet wurde.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Rudolf Chmelir (Vorsitzender)

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