Lehre der Mädchen für nicht weniger als 43 Prozent der Schulabgänger

Anteil der Mädchen bei neuen Lehrberufen auffallend hoch -Maßnahmen für ausbildende Betriebe greifen

Wien (PWK) - "Die Lehre stellt für nicht weniger als 43 Prozent
der Schulabgänger die erste Wahl bei der Entscheidung für das weitere Leben dar", resümiert Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich der soeben fertiggestellten Lehrlingsstatistik fest. "Von 88.952 Schulabgängern im Jahr 1999 haben sich 38.427 oder 43,2 Prozent für eine Lehre entschieden. Die hohe Retentionsrate von 95,9 Prozent zeigt auch, dass eine begonnene Lehre im Gegensatz zur Schule erfolgreich beendet wird", so Piskaty. "Auffallend sind auch die positiven Auswirkungen der neuen Lehrberufe insgesamt und ganz besonders als Attraktion für die Mädchen, die bei einigen Berufen mit mehr als 50 Prozent vertreten sind".

"Ende 1999 lag die Gesamtzahl der Lehrlinge in Österreich bei 127.351, das sind um 1.852 oder 1,5 Prozent mehr als Ende 1998. "Analysiert man die Entwicklung der letzten Jahre, so ist seit dem Tiefststand im Jahr 1996 ein kontinuierlicher Aufwärtstrend festzustellen. Rückläufig war 1999 zwar wieder die Zahl der Lehranfänger mit 1,6 Prozent oder 625 Lehrlingen, dies ist aber ebenso wie 1998 auf einen geburtenschwächeren Jahrgang zurückzuführen", kommentiert Werner Hackl von der Statistischen Abteilung die aktuellen Zahlen.

Mit Stichtag 31.12.1999 waren in Österreich 127.351 Lehrlinge in 39.906 Lehrbetrieben in Ausbildung. Die Zahl der Aubildungsbetriebe hat sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls erhöht, nämlich um 366. Die Zahl der Lehrlinge ist in allen Bundesländern mit Ausnahme von Vorarlberg und Wien zwischen 0,2 und 3,7 Prozent gestiegen. Wien verzeichnete einen geringen Rückgang von 0,3 und Vorarlberg von 0,6 Prozent. Die meisten Lehrlinge verzeichnete Oberösterreich mit 26.662, gefolgt von Niederösterreich mit 20.528 und der Steiermark mit 20.244. Dieser positive Trend spiegelt sich auch in den Sektionen wider, wo im Geld-Kredit-Versicherungswesen die Zahl durch den neuen Lehrberuf des Bankkaufmannes sogar um 11,3 Prozent gestiegen ist, im Verkehr um 9,7, im Tourismus um 3,7 und im Handel um ein Prozent. Rückläufig sind die Zahlen in der Industrie und im Gewerbe.

"Es zeigt sich jedenfalls, dass die in den letzten Jahren proklamierten Katastrophenmeldungen unbegründet waren. Die Trendumkehr ist auch auf die Erleichterungen für die Ausbildungsbetriebe zurückzuführen. Wenn nun, wie im neuen Regierungsprogramm angekündigt, die Übernahme der Berufsschulzeit durch die öffentliche Hand und damit erstmals eine Gleichstellung von Schülern und Lehrlingen erreicht wird, bin ich überzeugt, dass kostenintensive Auffangnetze obsolet werden", stellt Piskaty abschließend fest. (pt)

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