Österreichs Exporteure nutzen Konjunktur-Hoch in Nordamerika

Ausfuhren in die USA um 19 Prozent auf 30,9 Mrd Schilling zugelegt - Kanada-Lieferungen im Steigen, Mexiko mit großem Potential

Wien (PWK) - Die österreichischen Exporte in die NAFTA-Länder USA, Kanada und Mexiko entwickelten sich mit 15,4 Prozent in den ersten zehn Monaten 1999 wesentlich stärker als die Gesamtexporte Österreichs (plus 3,2 Prozent). "Alle drei Staaten erfreuen sich zur Zeit einer ausgezeichneten Konjunkturlage mit Wirtschaftswachstumsraten zwischen 3,5 und 4,5 Prozent, und den österreichischen Exporteuren gelingt es, diese Situation gewinnbringend für sich zu nutzen", berichtete Egon Winkler, Direktor für Außenwirtschaft und Europäische Integration in der Wirtschaftskammer Österreich, anlässlich der Außenhandelstagung "Nordamerika" mit den österreichischen Handelsdelegierten im NAFTA-Raum, vor Journalisten.

Allein in die USA beliefen sich die österreichischen Ausfuhren bis Oktober '99 auf 30,9 Mrd Schilling, was einer Steigerung von 19,1 Prozent entspricht. "Die Vereinigten Staaten haben sich somit ihre Positionen als wichtigster Überseemarkt und als fünftwichtigster Handelspartner Österreichs weltweit gefestigt", erklärte Winkler. Fast verdoppelt haben sich die österreichischen Kfz-Lieferungen, erhebliche Steigerungsraten konnten aber auch bei medizinischen und pharmazeutischen Waren (77 Prozent) sowie bei Spezialmaschinen erreicht werden.

Seit 1997 habe Österreich kontinuierlich Marktanteile in den USA dazugewonnen, doch es könnten durchaus noch weitere Wachstumspotentiale genützt werden, zeigte sich Winkler überzeugt. Die anhaltende US-Hochkonjunktur sollte für heuer eine weitere Intensivierung des Handels und der Investitionstätigkeit bewirken. Zur Zeit existieren fast 400 österreichische Vertriebs- und Produktionsniederlassungen in den USA.

Die Importe aus den USA - bis Oktober 1999 39,7 Mrd Schilling -erzielten insbesondere bei Straßenfahrzeugen (plus 64,6 Prozent) und bei Mess-, Prüf- und Kontrollgeräten bemerkenswerte Zuwächse.

"Am kanadischen Markt profitiert Österreich neben der guten Konjunkturlage auch von dem Innovationsbedarf des Industriesektors", berichtete Winkler. Mit 8,3 Prozent Wachstum in den ersten zehn Monaten erreichten die österreichischen Kanada-Exporte einen Wert von 4,4 Mrd Schilling. Etwa zwei Drittel davon sind auf Maschinen und Fahrzeuglieferungen zurückzuführen, wobei Kraftmaschinen - wie z.B. Kolbenverbrennungsmotoren - die wichtigste Rolle spielen.

Insgesamt unterhalten rund 1.000 österreichische Firmen regelmäßig Geschäftsbeziehungen mit Kanada. Es bestehen weiters rund 60 österreichische Tochtergesellschaften, davon rund 20 produzierende Betriebe in Kanada. "In den letzten Jahren haben die Exporte an Tochtergesellschaften und Konzernbetriebe sowie Lieferungen im Rahmen von langfristigen Lieferverträgen stetig zugenommen. Die Endfertigung der Produkte erfolgt zunehmend in Kanada, was Kosteneinsparungen und den zollfreien Zugang in den NAFTA-Raum ermöglicht", so Winkler.

Österreich bezog in den ersten zehn Monaten 1999 von Kanada Waren im Wert von 3,9 Mrd Schilling, also etwa gleich viel wie in der Vergleichsperiode '98. Wie im Exportbereich dominiert auch bei den Importen der Sektor Maschinen und Fahrzeuge, insbesondere Flugzeuglieferungen. Auch Zellulose und Holz sowie bearbeitete Waren sind wichtige Einfuhrwaren.

Österreichs Exporte nach Mexiko entwickeln sich grundsätzlich ebenfalls positiv, wenn auch 1999 das Außenhandelsergebnis des Rekordjahres '98 nicht ganz erreicht werden wird. "In den ersten zehn Monaten 1999 betrugen die österreichischen Ausfuhren 1,4 Mrd Schilling (-22,3 Prozent gegenüber '98)", berichtete Winkler. Die Importe verdoppelten sich in der gleichen Periode auf 1,1 Mrd Schilling, was im wesentlichen auf Lieferungen der Automobilindustrie (VW Beetle) sowie am Elektro-/Elektroniksektor zurückzuführen ist.

"Mexiko ist Österreichs zweitwichtigster Markt in Lateinamerika und das Potential ist noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Vorzeichen stehen gut. Mexikos Wirtschaftswachstum liegt mit 3,5 Prozent auch 1999 über OECD-Schnitt, für 2000 werden sogar 4,5 Prozent prognostiziert. Mit dem voraussichtlichen Inkrafttreten des soeben unterzeichneten Freihandelsabkommens EU-Mexiko im Juli 2000 eröffnen sich darüber hinaus neue Perspektiven", zeigte sich Winkler überzeugt. Für 48 Prozent der EU-Warenexporte bedeute das Abkommen einen sofortigen Zollabbau, bis 2007 werde alles zollfrei laufen. Rund zwei Drittel der österreichischen Mexiko-Exporte sind Maschinen und entsprechende Technologie wie Automobilzulieferungen für die stetig wachsende Industrie Mexikos. Die Präsenz der österreichischen Firmen in Mexiko nehme stetig zu, in den nächsten vier Jahren könnten sich die Exporte verdoppeln, sagte Winkler bei der Außenhandelstagung. (Ne)

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