"Neues Volksblatt" Kommentar: "Zwei Fronten" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 15. 2. 2000

Linz (OTS) - Noch im Sommer hatte der damalige Finanzminister
Rudolf Edlinger versichert, es gebe kein Budgetloch. Dann wurde dieses sukzessive größer, bis schließlich Edlinger selbst sich gezwungen sah, aus budgetären Gründen auf eine Erhöhung des Frühpensionsalters um zwei Jahre zu drängen.

Sowohl mit dem ursprünglichen Schönfärben des Budgets wie auch mit seinem radikalen Sparvorschlag hat Edlinger der neuen Regierung einen großen Dienst erwiesen. Denn es kommt selten vor, dass sich für die Schuld an notwendigen Einsparungen ein Oppositionspolitiker praktisch aufdrängt. Edlingers intensive Versuche, diesen Eindruck zu verwischen, bestätigen die These nur.

Die massive Kritik der neuen Regierung an Ex-Finanzminister hat aber auch eine weitere Facette: Im Klima-Nachfolge-Tohuwabohu der SPÖ kristallisiert sich Edlinger nämlich, auch, wenn er offiziell abwinkt, zunehmend als DER Kompromiss-Kandidat zwischen den Lagern der Links-Fundamentalisten um Caspar Einem und jenem der FPÖ-Verbinder um Karl Schlögl heraus. Und: Edlinger gehört, wie er letzte Woche im NR bewiesen hat, sicherlich zu den wenigen in der SPÖ, die die Oppositions-Rolle glaubwürdig darstellen können - es sei denn, seine Hinterlassenschaft Budgetloch beschädigt ihn noch nachhaltig.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS