Oropax

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Regierung Ausgabe vom 15. 2. 2000 Klagenfurt (-) Wie kommt Österreich aus der Teufelsspirale der Aufrüstung der Worte wieder heraus? Da sagt ein Provinzpolitiker etwas und ganz Europa glaubt, das sei die österreichische Außenpolitik. Dann sagt die EU etwas und ganz Österreich ist perplex. Verwirrung da wie dort. Und die Worte werden da wie dort immer böser. Der Verschaukelung des Irrsinns muss ein Ende gesetzt werden. Das wissen mittlerweile alle. Es gibt unterdessen einige Vorschläge zur Abrüstung der Worte. Helmut Zilk empfiehlt Haider zu schweigen. Benita Ferrero-Waldner empfiehlt der EU, Haider in Kärnten zu lassen und einfach nicht mehr hinzuhören. Jörg Haider empfiehlt den Österrreichern, die Wortspenden aus dem Ausland "ostenativ zu ignorieren". Kurz: Die Vorschläge zur Abrüstung der Worte erinnern an die drei Affen - nichts sagen, nichts hören, nicht hinschauen. Das ist aber ingesamt politische Realitätsverweigerung. Natürlich wäre es das Einfachste, wenn Haider hier den Landeshauptmann spielt und ansonsten zur Lage in Österreich und der Welt schweigt. Ein nicht nur frommer, sondern sogar wohl unstatthafter Wunsch. Natürlich wäre es das Einfachste, wir bekämen künftig nicht nur Wahllutschzuckerln, sondern auch Oropax und Sonnenfinsternisbrillen, um die Welt so richtig vom Herzen ignorieren zu können. - Das alles ist doch Schmonzes. Haider wird weiter Hässliches sagen, die EU wird weiter hässlich antworten und wir werden weiter entsetzt zuschauen, bis es uns zu blöd wird. Aber was dann?

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