"Kleine Zeitung" Kommentar: "Daumen mal Pi" (von Claus Albertani)

Ausgabe vom 15.02.2000

Graz (OTS) - Einen "Kassasturz" werde er machen, kündigte Neo-Finanzminister Karl-Heinz Grasser vollmundig an. Er will also wissen, wo wieviel in welcher Kassa ist - oder eben fehlt.

Lobenswert, möchte man sagen. Nur, wie soll das gehen, fragt sich der gelernte Österreicher.

Beim Greissler ums Eck kann man sich's noch vorstellen, der schaut in seine Tischkassa, vielleicht noch unter den Tresen und in sein Lager. Danach summiert er die vorliegenden und unbezahlten Rechnungen und kommt irgendwie auf eine Endsumme - plus oder minus.

Doch wie geht ein Kassasturz in einem Ministerium vor sich, dass hunderte Ein- und Auszahlungsstellen hat? Ganz zu schweigen von den tausenden und abertausenden Konten und Verrechnungsstellen.

Selber zählen geht da nicht, also lässt Grasser vermutlich seine Sektionschefs antanzen und summiert deren Berichte auf.

Aber wem kann man schon glauben in Zeiten wie diesen? Und schon gar, wenn man als kleiner Blauer in ein Jahrzehnte rot dominiertes Ministerium geplatzt ist.

Da bleibt wirklich nur eines übrig: Grasser nimmt selbst den Taschencomputer zur Hand - und fertig ist das Defizit.

Daumen mal Pi feiert fröhliche Urständ'. ****

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