"Kleine Zeitung" Kommentar: "Jäger und Gejagte" (von Johannes Kübeck)

Ausgabe vom 14.02.2000

Graz (OTS) - Würden sich die Medien die Mühe nehmen, Jörg Haider genau zuzuhören und seine Worte exakt wider zu geben, kämen sie zu weniger Schlagzeilen.

Und wenn Jörg Haider nur politisch Korrektes von sich gäbe, wäre er in den Blättern und auf den Bildschirmen ebenfalls nicht so präsent wie er es nun seit Wochen ist.

Das zeigen die Vorgänge dieses Wochenendes zwischen Klagenfurt und London erneut ganz klar. Es ist zum Alltag der geworden, dass die einen aus publizistisch-kommerziellem Interesse hinter Schlagzeilen her jagen und die anderen aus politischem Populismus. In so einem System wird die Unterscheidung zwischen Jäger und Gejagten unmöglich.

Nur die Opfer lassen sich leicht identifizieren. Intellektuelle Redlichkeit in der Politik und eine redliche Unabhängigkeit der Medien bleiben zusehends auf der Strecke.

Denn auf der Jagd nach Schlagzeilen vergessen Politik und Medien zu oft, dass sie Tragpfeiler der Demokratie und diese Fundament für Frieden und Freiheit sind.

Daraus resultiert ein Mangel an Orientierung der Bürger und aus diesem Orientierungsmangel resultieren Wahlergebnisse, die Politiker und Medien fassungslos reagieren lassen. ****

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