"profil": Marboe: "Stadt der weißen Flecken"

Wiener Kulturstadtrat Marboe in Sorge wegen potenziell größerem Einfluss der FPÖ auf Kulturpolitik

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag
erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil"
äußert der Wiener Kulturstadtrat Peter Marboe seine
Zweifel daran, ob die schwarz-blaue Bundesregierung auf
Vertrauen basiere. Marboe zu "profil": "Wenn man
Vertrauen so definiert wie ich, kann ich mir sehr schwer
vorstellen, dass diese Art von Grundvertrauen hier
gegeben ist." Seinem Wiener Parteikollegen Bernhard Görg
rechnet es Marboe "hoch an", dass er sich dem "Druck
der Geschlossenheit aus persönlicher Überzeugung"
widersetzt habe. Dem neuen Kunst-Staatsekretär Franz
Morak sollte man allerdings bei allen Vorbehalten, mit
denen er konfrontiert sei, "eine Chance einräumen".

Dass die Regierungsbeteiligung der FPÖ im Bund ein erster
Schritt in eine Richtung sein könnte, "in der tatsächlich
auch ein größerer Einfluss im Kulturbereich zum Tragen
kommen könnte", hält Marboe für eine "äußerst
berechtigte Sorge". Marboe führt in "profil" weiter aus:
"Wien wäre eine Stadt der weißen Flecken, wenn die
Freiheitlichen etwas zu sagen hätten: ein Wien ohne
Sezession, ohne Judenplatz, ohne Museumsquartier, ohne
Kunsthalle, ohne Schönberg-Center, ohne WUK, ohne
Arena".

Kultur, so Marboe an die Adresse der FPÖ, könne man
"nicht über Nacht lernen." Bundeskanzler Schüssel glaube,
"durch diesen Pakt die freiheitliche Partei zu zivilisieren -
und auch zu verhindern, dass sie stärker wird. Das kann
man wirklich nur hoffen. Ich glaube, er ist sich des Risikos
und der Verantwortung sehr bewusst", so Marboe
gegenüber "profil".

Sollte es auch in Wien bei Neuwahlen zu einer schwarz-
blauen Koalition kommen, stünde Peter Marboe als
Kulturstadtrat nicht mehr zur Verfügung.

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