"profil": Bondy bleibt Festwochen-Intendant

Sollte die FPÖ in Wien in die Regierung kommen, will der Intendant der Wiener Festwochen, Luc Bondy, sein Amt niederlegen

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag
erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil"
nimmt Luc Bondy erstmals zu seinem Verbleib bei den
Wiener Festwochen Stellung. "Mein Vertrag sieht vor", so
Bondy, "dass jede Einmischung von außen einen
Vertragsbruch bedeutet. Sollte allerdings in Wien die
Kultur und überhaupt die Stadt von der FPÖ bestimmt
werden, öffne ich das Gartentor meines Hauses in Paris
wieder", erklärt der FestwochenÐIntendant gegenüber
"profil".

Die Aussage des Kulturstadtrates Peter Marboe, von der Regierungsbeteiligung "irritiert" zu sein, findet Bondy
"wirklich in Ordnung". Wenn man Marboe kenne, so
Bondy, sei "irritiert" eine "klare Aussage".

Der Festwochen-Intendant meint in "profil" weiters, dass
Elfride Jelink noch einmal "überdenken sollte, ob sie dem
Beispiel von Thomas Bernhard, seine Stücke in Österreich
zu verbieten, folge. Selbst in einem totalitären System
hätten Dichterinnen wie Akhmatova oder Zwetajawa wohl
davon geträumt, dass ihr Werk der Öffentlichkeit ihres
Landes zugänglich gewesen wäre."

Als Intendant kündigt Bondy an, "Menschen mit
künstlerischer Begabung dazu einzuladen, ihren
Widerwillen gegen eine populistische Ideologie
auszudrücken."

Bezogen auf die politische Lage meint Bondy gegenüber
"profil": "Dieser österreichische Vor-Frühling birgt
vielleicht die Chance, dass die Menschen in diesem Land
öffentlich sagen, dass die Alternative zu einer verkalkten SPÖ-Vergangenheit nicht diese provinzielle und zum Teil chauvinistische Lodenkoalition sein kann."

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