"profil": Turrini zieht Parallelen zwischen Haider, Schüssel und Hitler

In einem "profil"-Essay beschreibt Peter Turrini den Mechanismus, der gescheiterte Künstler wie Jörg Haider an die Macht treibt

Wien (OTS) - Anhand vieler Beispiele analysiert der
österreichische Schriftsteller Peter Turrini in einem Essay,
das in der Montag erscheinenden Ausgabe des
Nachrichtenmagazins "profil" exklusiv abgedruckt wird,
jene Mechanismen, die gescheiterte Künstler in die Politik
und zu Rachefeldzügen an ihren erfolgreichen
Künstlerkollegen treiben. Dabei zieht er Parallelen zwischen
Jörg Haider, Thomas Prinzhorn, Andreas Mölzer, Peter
Sichrovsky, Franz Morak, Wolfgang Schüssel, Adolf Hitler
und Joseph Goebbels.

"Haider", schreibt Turrini einleitend, "habe tagelang
Rollen geübt und sich sehr nach einem Bühnenauftritt
gesehnt. Herr Prinzhorn liest im kleinen Kreis Gedichte vor.
Herr Mölzer publiziert Romane, Herr Westenthaler stellte
seine Aquarelle aus." Und Franz Morak?, fragt Turrini im "profil"-Essay, "der talentierteste und tragischste von
allen, der mit amtslastender Miene dreinschaut und doch
bald ein Leihpolitiker auf Faschingsfesten sein wird? Und
der ausgeträumte Schüssel?"

Turrini definiert Kunstschaffen als "Sehnsucht", etwas von
uns "möge Ewigkeiten überdauern". "Wir werden
Künstler", so Turrini, "weil wir nicht verrecken wollen."
Doch wehe, schreibt Turrini weiter in "profil", wenn
"dieser Kunsttraum platzt, wenn der Kunstträumer seinem
Untalent ins Angesicht blicken muss". Dann suche sich der
Künstler seine Bühne in der Politik und "seine
Enttäuschung, sein Zorn, seine Rache" seien "unermesslich".

So habe Hitler, als er in Wien einmarschierte, zuallererst
jene Protokolle der Kunstakademie vernichten lassen, in
denen sein Scheitern verzeichnet war. Peter Sichrovsky,
"der sich bei Claus Peymann als Burgtheaterautor andiente
und abgewiesen wurde, forderte daraufhin die
Öffentlichkeit auf, das Burtheater anlässlich der
Uraufführung von Bernhards "Heldenplatz" zu stürmen".
"Welche Autoren", fragt Turrini abschließend, "sollen
jetzt, mit der Staatsmacht im Hintergrund, gestürmt
werden?"

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