Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Relativ verworren

Ausgabe vom 12.2.2000

Wem das Beispiel vom Haar in der Suppe bzw. jenem am Kopf zu sehr am Theoretischen hapert, wurde dieser Tage mit der schwarz-blauen Findung anschaulich praktisch vom "Relativen" überzeugt: Nicht so sehr, weil es beiden Parteien relativ gleichgültig war, mit welchen Querschüssen man den jeweils anderen noch kurz vor dem freudigen Schulterschluss bedachte. Vielmehr, weil es die Hauptakteuer für relativ unangebracht hielten, darüber zu sinnieren, just jenen Schüssel zum Capo zu hieven, der - nicht als relativ - sondern als absoluter Wahlverlierer am 3. Oktober relativ überzeugend "abgewählt" wurde.

Relativ unverständlich daher auch die Konsequenzen für die SPÖ: Als nach wie vor mit Abstand stärkste Partei musste sie ins Abseits weichen. Und: Just der Mann, der die SPÖ im Hoch halten konnte, bereitet nunmehr seinen Rückzug vor. Der Kreis des Relativen hätte sich damit rasch geschlossen: Der Wahlverlierer wird Bundeskanzler. Der Vorsitzende der stärksten Partei zieht die Konsequenzen - und sich selbst zurück.

Womit einerseits die Relativitätstheorie auf rot-weiß-rote Banalebene gebracht wäre, andererseits die SPÖ vor jener Frage steht, die nicht "nur" als Nachfolgefrage abzutun ist: Es geht um einen Richtungsentscheid innerhalb ihrer linken Möglichkeit: Will man mit Einem die "dunkelrote" Wählerschicht mobilisieren, oder - ob der Aussicht auf relativ geringes und mit Grün konkurrierendes Stimmenpotential - mit Schlögl die "rosa" Seite strapazieren. Und sich damit über jene Masse stürzen, die sich als Protestwähler in andere Lager verabschiedet hat...

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