"profil": Klima: "Aufgabe erledigt"

Klima nimmt zu Nachfolgediskussion Stellung - "junger, dynamischer Kandidat sollte antreten" - äußert Vermutung über Zwei-Perioden-Pakt zwischen ÖVP und FPÖ

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nimmt Alt-
Bundeskanzler Viktor Klima, der zur Zeit mit seiner Frau in
Florenz auf Urlaub weilt, zu Spekulationen um seinen Rückzug
als SPÖ-Vorsitzender Stellung.

Klima äußert im "profil"-Interview die Vermutung, "dass es zwischen FPÖ und ÖVP einen Zwei-Perioden-Pakt gibt, dass
nach vier Jahren die stärkere Partei für weitere vier Jahre den Kanzler stellt". Der Alt-Bundeskanzler davon aus, dass Jörg
Haider unter einem solchen Szenario, "sicher damit rechnet"
nach der nächsten Wahl Kanzler zu werden.

Klima im "profil"-Interview: "Das heißt, dass die SPÖ unter Umständen für acht Jahre in Opposition ist. Dann sollte ein junger, dynamischer Spitzenkandidat antreten." Der Alt-Bundeskanzlker betont in diesem Zusammenhan, dass er 1992
"aus Verantwortung der Partei gegenüber" mit Einkommens-
Abstrichen aus der Wirtschaft in die Politik gegangen ist. Er sei immer noch "Chef der SPÖ" und "lasse die Partei jetzt nicht
im Stich".

Der SPÖ-Vorsitzende gibt sich im "profil"-Interview
zuversichtlich, dass er Wege finden werde, damit die SPÖ "sich
als kraftvolle und verantwortungsvolle Oppsositionspartei etabliert". Sobald dies geschehen sei, signalisiert Klima seine Bereitschaft zum Rückzug vom SPÖ-Vorsitz. Klima: "Wenn die
Wege so gelegt sind, wie ich will, dann habe ich meine Aufgabe erledigt."

Klima betont im "profil"-Interview auch, dass es ihm jederzeit möglich gewesen wäre, eine Koalition mit der FPÖ einzugehen
und der SPÖ solcherart die Funktion des Bundeskanzlers zu
erhalten. Er habe dies jedoch aus Überzeugung abgelehnt.
Klima: "Ich war nicht bereit, meine Seele und die Seele der
Partei zu verkaufen. Und ich war auch der Meinung, dass das
nicht gut ist für das Land."

Dass es zu negativen internationalen Reaktionen auf die Regierungsbeteiligung der FPÖ gekommen ist, war für den Altbundeskanzler keine Überraschung. Klima im "profil"-
Interview: "Es ist Schüssel und mir schon vergangenen
Oktober auf dem EU-Gipfel in Tampere und später auf dem EU-
Gipfel in Helsinki klar gemacht worden, dass es Irritationen
geben würde, wenn in Österreich die FPÖ in einer Regierung ist. Meine Antwort war klar: ich habe das nicht vor, wendet Euch
bitte an Schüssel und die ÖVP."

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