Grünewald: Selbstbehalt ist zynischer Beitrag zur Budgetsanierung

Sozial Schwache erkranken häufiger und früher

"Die Einführung einer Kranken-Strafsteuer in Form eines 20%igen Selbstbehaltes einführen zu wollen, ist ein ebenso zynischer wie phantasieloser Beitrag zur Bundgetsanierung auf Kosten der Patienten, vor allem aber der sozial Schwachen", kritisiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Prof. Kurt Grünewald. Menschen aus den unteren Einkommens- und Bildungsschichten erkranken nämlich nicht nur häufiger, sondern auch früher, beweisen wissenschaftliche Untersuchungen. Schon seit 1992 steigen die privaten Beiträge zu den Gesundheitsausgaben prozentual und im Bereich der therapeutischen Waren und medizinischen Heilbehelfe beträgt der "Selbsbehalt" bereits 64%, erinnert Grünewald.

"Die Regierung macht es sich zu leicht, wenn sie nunmehr die Verantwortung und den 'Schwarzen Peter' den Kassen und Patienten zuschiebt und dabei ihre Hände in Unschuld wäscht. Alle Bestrebungen, die Versorgungssituation des niedergelassenen und ambulanten Bereiches zu verbessern, werden durch diese Schikanen Lügen gestraft", ärgert sich Grünewald. Eine verteuerte Medizin kann künstliche Hürden bei der ärztlichen Versorgung aufbauen und erhöht das Risiko jener, die am Wohlstand der Gesellschaft schon jetzt kaum teilhaben.

Entweder Kranke zu besteuern oder unverholen mit Angebotsverknappungen medizinischer Leistungen zu drohen, sei eine Bankrotterklärung der Gesundheitspolitk und zeige, daß der Regierung langfristige Strategien fehlen. "Die versprochene Sozialverträglichkeit erfordert nicht nur einen massiven Verwaltungsaufwand, sondern macht Armut und Bedürftigkeit auf diskriminierende Weise öffentlich", kritisiert der Gesundheitssprecher. "Es ist nicht einzusehen, daß Reiche sich nicht nur ein besseres Leben, sondern auch eine bessere Gesundheit leisten können", schließt Grünewald.

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