LHStv. Dr. Bauer: Bekenntnis zur Demokratischen Republik Österreich

Für die Aufrechterhaltung des Friedens, der Freiheit und der Demokratie

St. Pölten, (SPI) - Das Gedenken zum 12. Februar, welches sich dieses Jahr zum 66. Mal jährte, ist uns jedes Jahr Anlaß, des herausragenden Widerstands Tausender Antifaschisten zu gedenken, die im Kampf gegen Faschismus, Diktatur und Unfreiheit getötet wurden. Der Bürgerkrieg 1934 und die anschließende Machtübernahme der Austrofaschisten unter Dollfuß war der Untergang des Demokratischen Österreichs und die unmittelbare Überleitung in die Jahre der Diktatur durch die Herrschaft der Nationalsozialisten von 1938 bis Kriegsende im Jahr 1945. Eine Zeit des blutigen Krieges, der Unfreiheit, der politischen und persönlichen Verfolgung überzogen Österreich und ganz Europa", stellte LHStv. Dr. Hannes Bauer anläßlich des heutigen Februargedenkens beim Mahnmahl in Wöllersdorf fest.****

Im Jahr 1934 begann eine dunkle Epoche in der Geschichte Österreichs. Menschen wurden auf offener Straße nur wegen ihrer politischen Gesinnung und wegen ihres Bekenntnisses zur demokratischen Republik Österreich zusammengeschlagen und inhaftiert. Letztendlich waren das Fehlurteil von Schattendorf im Jahr 1927 und die Verfolgung eines autoritären Kurses der Konservativen unter Dollfuß die frühen Auslöser für den anschließenden Bürgerkrieg 1934 und die Wegbereitung für den Einmarsch deutscher Truppen im März 1938. Dem Bruderkrieg in Österreich folgte der Krieg der Völker in Europa und der ganzen Welt - und ein noch nie dagewesener Blutzoll und größte Zerstörung waren der Preis für Machtstreben, menschenverachtender Ideologie, Ignoranz und mangelnder politischer Standfestigkeit.

Das Februargedenken ist nicht nur Anlaß für das ehrenvolle Gedenken an die Freiheitskämpfer Österreichs, sie ist auch zugleich Mahnung, jenen Anfängen zu wehren, welche sich gegen die politische und demokratische Kultur unserer Zweiten Republik sowie gegen die Freiheit der Menschen richten und die Zerschlagung des sozialen Friedens in Österreich anstreben. Diese Kräfte operieren vielfach im Verborgenen und scheuen eine klare Positionierung in der Öffentlichkeit. Doch die Zielrichtung ist klar - und dieser werden sich die Sozialdemokraten klar entgegenstellen.

Auch beim derzeit - teils emotional - diskutierten Vorhaben einer EU-Osterweiterung muß immer die zentrale Zielsetzung eines geeinten Europas im Auge behalten werden. Dabei geht es der Europäischen Union vor allem das "Friedensprojekt Europa", als Beschäftigungsunion und als globale Wirtschaftskraft, welche Tendenzen und Entwicklungen wie in den 30er- und 40er-Jahren unmöglich machen sollen. Der Fall des Eisernen Vorhangs und der Niedergang des Kommunismus in "Osteuropa" waren ein wesentlicher Schritt in Richtung Völkerverständigung und Frieden. Aber allein dadurch ist noch keine "dauerhafte" Friedensordnung hergestellt. Im Sinne einer umfassenden Sicherheitspolitik kann nur eine volle politische, wirtschaftliche und soziale Integration Konflikte in Europa verhindern bzw. die friedliche, nicht gewaltsame Austragung von Konflikten garantieren. "Auch die Geisel der Arbeitslosigkeit gilt es verstärkt zu bekämpfen - denn sie darf nie wieder Nährboden für totalitäre Tendenzen sein. Wir müssen der Jugend und den Menschen Perspektiven geben, denn nur Beschäftigung und eine gerechte Verteilung des volkswirtschaftlichen Einkommens sind Garant für die Lebensqualität in unserem Land und damit für den sozialen Frieden", so Bauer weiter.

"Im Interesse eines freien, demokratischen und geeinten Europas gilt es, jegliche Gewalt - in welcher Form, Farbe und politischer Positionierung sie auch immer auftritt - auf das Entschiedenste abzuwehren. Hier und heute ehren wir jene, die dieser Berufung in der Vergangenheit nachgekommen sind und leisten auch gleichzeitig das Versprechen, diese Berufung auch in der Zukunft für unser Heimatland weiter zu tragen und zu pflegen", so LHStv. Dr. Bauer abschließend. (Schluß) fa

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