"Neue Zeit" Kommentar: "Zusammenhalten" (von Helmut Griess)

Ausgabe vom 11. 2. 2000

Graz (OTS) - Je mehr der Druck aus dem Ausland auf die
blau-schwarze Regierung zunimmt, umso mehr häufen sich die Appelle zum Zusammenhalten. Zuletzt auch der Bundespräsident, der nach den ersten Minister-Antrittsbesuchen erklärte: "Was jetzt geboten ist, dass wir alle zusammenarbeiten."

Ich bin auch für das Zusammenhalten. Zum Beispiel gegen Haiders FP, gegen seinen Populismus, der die Demokratie zerstört, gegen seinen Rassismus, und gegen seine die Menschen verachtende Ausländerfeindlichkeit. Ich bin auch für das Zusammenhalten gegen jene Kräfte in der VP, die Haiders FP aus durchsichtigem Eigennutz den Weg in die Regierung geöffnet und damit viele ihrer bisherigen Werte verraten haben. In diesem Sinne sehe ich viele im Inland, mit denen ich zusammenhalte. Ich bin aber auch froh, dass die 14 EU-Partnerländer mit mir zusammenhalten. Ich bin froh, dass Belgien und Frankreich durch ihren Boykott der Ferrero-Waldner-Rede bei der OSZE mit mir genauso zusammenhalten, wie die Europäische Volkspartei mit ihrem Ausschlussverfahren gegen die ÖVP. Dafür bin ich absolut gegen das Zusammenhalten mit all jenen, die "jetzt erst recht" rufen und zum Rundumschlag gegen "das Ausland" ansetzen. Für manche mag ich damit ein "vaterlandsloser Geselle" sein, wenn nicht gar ein "Landesverräter". Aber: Als Bürger dieses Landes habe ich eine rechtmäßig zustande gekommene Regierung zu akzeptieren. Mit wem ich hingegen zusammenhalte, darf ich mir immer noch selbst aussuchen.

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