Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Die Qual der Wahl

Ausgabe vom 11.2.2000

Die Überraschung ist perfekt: Wenn die Zeichen stimmen, dürfte sich morgen auf dem Parteitag der Kärntner SPÖ auch Peter Ambrozy um den Job des roten Leithammels bewerben. Freilich, es wird für ihn nicht leicht sein, denn um kandidieren zu können, braucht er eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Delegierten. "Und das ist wenig realistisch", meinte ein hoher Funktionär. Anhänger der ehemaligen Nummer 1 schätzen sein Fachwissen und seine Erfahrung. Außerdem sei er als Opfer der Unterschriftenaffäre politisch nie rehabilitiert worden, was für die Partei kein Ruhmesblatt darstelle.

Die Kritiker vermerken, dass der Klagenfurter ein Wahlverlierer sei, der mit "Schimpf und Schande" davongejagt worden sei. Ihn jetzt zurückzuholen, komme einem Armutszeugnis der SPÖ gleich. Das Verliererimage werde prolongiert.

Wie auch immer, die Chancen der vier anderen Kandidaten bleiben intakt. Wie realistisch sie für Karl Prettner und Hermann Primus sind, wagt niemand abzuschätzen. Beide sind für eine Überraschung gut. Als sympathischer Außenseiter gilt Daniel Walcher. Hört man sich in den Bezirken um, wird Melitta Trunk leicht favorisiert. Als interimistische Parteichefin hätte sie gute Arbeit geleistet, heißt es. Ihre Kampfansage gegen Jörg Haider sorgte in ganz Österreich für mediales Aufsehen.

Für die Delegierten eine Qual der Wahl. Egal, ob sie ein Kandidat mit 50 Prozent und einer Stimme gewinnt, der Urnengang ist demokratisch. 95-Prozent-Siege haben nämlich in dieser Partei erfahrungsgemäß keine lange Lebensdauer.

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