"Kleine Zeitung" Kommentar: "Gegenkanzler" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 11.02.2000

Graz (OTS) - Man kann das alles sehr harmlos sehen: Die Minister einer von zwei Koalitionsparteien treffen einander am Beginn der Regierungsarbeit und bestimmen ihren Kurs innerhalb der Koalition. Das würde jede andere Partei auch so machen.

Verständlich, dass auch der Parteivorsitzende, der der Regierung nicht angehört, bei einer solchen Klausur dabei sein möchte.

Schon nicht mehr so selbstverständlich ist aber, dass dieser Vorsitzende, der in einer südlichen Landeshauptstadt residiert, nicht zu seinen Ministern in die Bundeshauptstadt kommt, vielmehr diese zu sich beordert.

Noch weniger selbstversändlich ist, dass bei der Gelegenheit eine Art eigenes Regierungsprogramm proklamiert wird, nur einen Tag nachdem der Kanzler im Parlament das gemeinsame Programm vorgestellt hatte.

Es passiert nun, was zu erwarten war: Haider möchte sich in Klagenfurt als Gegenkanzler etablieren und von dort aus seine Minister als Opposition innerhalb der Regierung steuern.

Schüssel kann nur hoffen, dass diese Minister Gefallen an ihren Ämtern und am Regieren finden und sich auf die Dauer die Gängelung aus Kärnten nicht gefallen lassen.

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