AK: Nationale Buchpreisbindung muss Rabatte neu regeln

Wien (OTS) - Die AK wird ein nationales Buchpreissystem nur akzeptieren, wenn die Verleger und die Buchhändler die Rabattpolitik neu regeln. Dabei müssen die Interessen der Konsumenten und eine gezielte Unterstützung des "Kulturgutes Buch" vorrangig sein. Die AK verlangt daher, dass nicht nur Großabnehmer, sondern auch kleine Buchhändler gefördert werden. Daher sollen die Verleger den Buchhändlern eine qualitative Rabattstaffelung gewähren. Entscheidend dafür soll ein breites, hochwertiges Sortiment und guter Beratungsservice sein. Außerdem sollen Buchhändler keine Strafe bekommen, wenn sie ihren Kunden Rabatte gewähren wollen, fordert die AK. ****

Die AK wird nur dann eine nationale Buchpreisbindung - wie das von den deutschen und österreichischen Vertretern des Buchhandels vorgeschlagen wurde - unterstützen, wenn der Buchhandel und die Verleger das bestehende System der Preisbindung reformieren. Denn derzeit werden dadurch sowohl die kleinen Buchhändler als auch die Konsumenten benachteiligt:
+ Der Buchhandel erhält zwar von den Verlagen Rabatte, darf sie aber nicht an die Endverbraucher weitergeben. Im Gegenteil: Ein Buchhändler wird mit einer Konventionalstrafe von bis zu 70.000 Schilling bedroht, wenn er Konsumenten Nachlässe gewährt.
+ Während die kleinen Buchhändler bei dem Mengenrabatt-System ungünstige Einkaufspreise haben, werden Großabnehmer durch Rabattstaffeln gefördert. Die Rabatte werden unabhängig davon gewährt, ob die Buchkette eine Vielzahl von Buchtiteln und Beratungsservice in ihren Verkaufsstellen anbietet oder sich nur auf gut verkäufliche Bestseller spezialisiert.

Rabattpolitik erneuern
Die AK fordert daher, dass im Rahmen eines nationalen Buchpreis-Systems die Rabattpolitik neu geregelt werden muss:
+ Die Buchhändler sollen den Konsumenten Rabatte gewähren können. Angesichts der sonst im Handel eingeführten Liberalisierungen ist ein Rabattverbot paradox und führt sogar zu einer Einschränkung der Erwerbsfreiheit der Buchhändler.
+ Anstatt des Mengenrabattes sollen die Verleger den Buchhändlern einen gestaffelten Rabatt zugestehen, der auf qualitativen Kriterien beruht. Dabei soll die Zahl der geführten Buchtitel, die Anzahl und Qualifikation der Angestellten, das Beratungsservice und die Ausstattung der Buchhandlung entscheidend sein. Der Vorteil dabei:
Der Buchhändler kann selbst wählen, ob er sich auf gutverkäufliche Bestseller und damit niedrigere Einkaufsrabatte verlegt oder auf Qualitätsbücher mit höheren Einkaufsrabatten. Die Konsumenten haben dadurch mehr Auswahl und zugleich bleiben qualifizierte Arbeitsplätze erhalten, betont die AK.

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