Grüne: Skandal um Notquartiere in desolatem Haus

Wien, (OTS) Massive Vorwürfe gegen die Wiener Sozialstadträtin und gegen das Sozialamt erhob Mittwoch die Grüne Gemeinderätin Susanne Jerusalem in einem Pressegespräch. Sie bezog sich dabei auf Zustände in zwei Häusern im 14. Bezirk in denen Räume von ca. acht Quadratmeter um 3.100 Schilling (von Oktober
bis April zuzüglich 500 Schilling Heizkosten) zur Benützung gegeben werden. Für Menschen ohne eigenes Einkommen zahle das Sozialamt, Menschen mit eigener kleiner Pension oder
Invalidenrente müssen selbst bezahlen. Die Häuser stehen, so Jerusalem, im Besitz eines Tierarztes, die Vermittlung erfolgt
über den privaten Verein "Sozialhilfe Wien-West". "Das bedeutet, dass ein Obdachloser jährlich 40.700 Schilling für die Benützung von acht Quadratmetern in einem restlos desolatem Haus bezahlen muss", verdeutlichte die Grüne Gemeinderätin. Die Stadt Wien sei einer der Hauptfinanziers.

Die Betroffenen erhalten keinen Mietvertrag, die Häuser
werden nach der Wiener Bauordnung als Herbergen geführt. In beiden Häusern gebe es keinerlei sozialarbeiterische Beratung und Betreuung, berichtete Jerusalem. Diese Zustände stünden in krassem Gegensatz zu den offiziellen Darstellungen zum Thema Obdachlosigkeit, kritisierte Jerusalem. Nach Gesprächen mit Betroffenen sei festzustellen, dass die Sozialämter nur abwimmeln, aber die Menschen nicht über ihre Rechte informieren. Die Unterbringung in diesen Häusern sei menschenunwürdig, Wucherpreise würden verlangt.

Namens der Grünen forderte Jerusalem, dass die Sozialarbeiter sicherstellen müssen, dass es in Wien weder "vergessene Menschen" noch "Häuser ohne Hoffnung" gebe. Die Stadt müsse menschenwürdige Ersatzhäuser zur Verfügung stellen, Beratung und Betreuung durch das Sozialamt muss angeboten werden, für Anspruchsberechtigte müssten rasch Gemeindewohnungen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus forderte die Grüne Politikerin eine Reform der Sozialreferate, die eine umfassende Beratung und Betreuung betroffener Menschen gewährleistet und eine funktionierende Delogierungsprävention. (Schluss) js/vo

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Johannes Schlögl
Tel.: 4000/81 081
e-mail: slo@m53.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK