AKNÖ-Präsident Staudinger: Den Lehrling zum Nulltarif wird es mit uns nicht geben!

Trotz bevorstehender Geldgeschenke in Milliardenhöhe weitere unmoralische Forderungen der Unternehmerverter

Wien (OTS).- "Das sozial- und wirtschaftspolitische Gruselpaket von blau-schwarz ist noch nicht einmal beschlossen, da setzen verschiedene Unternehmervertreter schon wieder ein’s drauf und erweitern ihren völlig unmoralischen Wunschzettel. Meine Herren, jetzt reicht’s!" Das stellt der Präsident der Arbeiterkammer NÖ, Josef Staudinger, zu den gestrigen Aussagen des Obmanns der Sektion Gewerbe in der Wirtschaftskammer NÖ, Trnka, in Sachen "Lehrlingsausbildung" fest. Präsident Staudinger kritisiert, dass die Forderungen nach einem reduzierten Kündigungsschutz für Lehrlinge und nach Leistungstests, bei denen die "Faulen" ausgesondert und in die Arbeitslosigkeit geschickt werden sollen, in einer modernen Arbeitswelt nichts verloren haben. Vor allem angesichts der massiven finanziellen Entlastungen der letzten Jahre wirkten diese Ideen fast schon wie Hohn, so Staudinger.

Der AKNÖ-Präsident weiter: "Die angebliche Unkündbarkeit von Lehrlingen ist eine bewusste Fehlinformation der Öffentlichkeit. So werden beispielsweise allein in Niederösterreich 10 Prozent aller Lehrverträge vorzeitig aufgelöst, in Summe immerhin 2000 pro Jahr."

Auch die vorgeschlagenen Leistungstest für Lehrlinge seien absolut indiskutabel. Denn es stellt sich die Frage, wer definiert überhaupt, was "Fleiß" bedeutet, und wer führt die Tests durch? Präsident Staudinger hat diesbezüglich allerdings einen Gegenvorschlag parat:
"Unsere Jugendschützer kontrollieren die Betriebe, ob sie nach einem Jahr alle gesetzlich vorgeschriebenen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt haben." Dann würde man ja sehen, wo die Bring- und wo die Holschuld liege.

Die genannten Zahlen in Sachen Berufsschulkosten sind für Staudinger "völlig aus der Luft gegriffen". Noch dazu, wo sich die Betriebe in den letzten Jahren durch das Lehrlingspaket 97, das Sonderprogramm der Bundesregierung sowie den Nationalen Beschäftigungsplan Milliarden erspart und auf die Steuerzahler abgewälzt hätten. Staudinger nennt in diesem Zusammenhang:

  • die Streichung des Arbeitgeberbeitrages zur gesetzlichen Krankenversicherung für Lehrlinge für die ersten 3 Lehrjahre -Entlastung pro Jahr rund 777 Millionen Schilling
  • die Lehrstellenförderung des AMS - alleine 1998 rund 620 Millionen Schilling Entlastung
  • die Streichung der Kommunalsteuer in ca. 400 Gemeinden - Jährliche Entlastung rund 63 Millionen Schilling
  • den Steuerfreibetrag für ausbildende Betriebe im 1. Lehrjahr von 20.000 Schilling und die Anhebung des Lehrlingsfreibetrags auf 60.000 Schilling durch die Steuerreform 2000 - Entlastung pro Jahr rund 281 Millionen Schilling

Aber auch der neue Koalitionspakt enthalte massive finanzielle Entlastungen, so der AKNÖ-Präsident, der abschließend festhält: "Für sozialpartnerschaftlich ausverhandelte, sinnvolle Verbesserungen bei den Lehrlingen stehe ich jederzeit zur Verfügung, ich ziehe aber dort die Grenzen, wo auf Kosten der Schwächsten in der Arbeitswelt Gewinnmaximierung betrieben und notwendige Schutzbestimmungen übergangen werden sollen, wo die Jugendarbeitslosigkeit als Druckmittel eingesetzt wird. Den Lehrling zum Nulltarif wird es mit uns nicht geben."

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