Euro-Beitritt Griechenlands belebt Österreichs Exporte

Österreichische Ausfuhren um 17,1 Prozent auf 3,3 Mrd zugelegt - Siemens heimst Milliarden-Auftrag ein

Wien (PWK) - Die Fülle an Maßnahmen zur Erreichung der Maastricht-Kriterien für einen Euro-Beitritt mit 1.1.2001 beleben die griechische Konjunktur - 1999: 3 Prozent BIP-Wachstum - und beflügeln so indirekt auch Österreichs Exporte nach Griechenland. Die Österreichischen Lieferungen nach Griechenland stiegen in den ersten zehn Monaten 1999 gegenüber der Vorjahresperiode um 17,7 Prozent auf 3,3 Mrd Schilling. "Neben der guten Konjunkturlage spielen auch die zahlreichen EU-mitfinanzierten Infrastrukturprojekte in Griechenland für die positive Exportentwicklung Österreichs eine Rolle, da unsere Unternehmen hier ausgezeichnet zum Zug kommen", erklärt Wilhelm Galathovics, Österreichs Handelsdelegierter in Athen.

So konnte kürzlich auch einer der größten Exportaufträge Österreichs genau in diesem Bereich an Land gezogen werden: Siemens Austria wurde von den griechischen Eisenbahnen für Produkte/Leistungen in der Höhe von fast 1 Mrd Schilling beauftragt.

"Die Vorbereitung auf den Euro stellt das zur Zeit wichtigste Ziel der griechischen Regierung dar, wobei die größten Bemühungen noch bei der Staatsverschuldung sowie der Inflation notwendig sind", so Galathovics. Anfang Juli 2000 soll der Beitritt Griechenlands zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion beschlossen werden. "Ist die Drachme einmal in den Euro integriert, ergibt sich aufgrund des Wegfalls des Wechselkursrisikos ein erneuter Impuls für die österreichisch-griechischen Handelsbeziehungen", ist Galathovics überzeugt.

Starke Anstiege verzeichneten von Jänner bis Oktober 1999 vor allem die österreichischen Lieferungen von PKWs - hauptsächlich Jeep Cherokees - und LKWs sowie von Papier und Pappe, hochwertigen Textilien und verschiedenen Arten von Maschinen. Es sei Österreich im Vorjahr wieder gelungen seine Marktpräsenz zu verstärken und Marktanteile zu gewinnen, berichtet Galathovics. Der für EU-Partnerländer immer noch zu geringe österreichisch-griechische Außenhandel habe noch großes Potential.

Die Importe aus Griechenland spiegeln deutlich die Schwächen der international noch etwas unterentwickelten griechischen Exportwirtschaft wieder. Österreich importiert hauptsächlich griechische Agrar-Produkte wie Käse, Obst und Gemüse sowie Tabak und Textilwaren. Die Importe fielen in den ersten zehn Monaten 1999 um 8,5 Prozent auf 1,4 Mrd Schilling.

Durch die Entscheidung der EU, Thessaloniki zum Sitz der neu geschaffenen Agentur für den Wiederaufbau des Balkans zu machen, hofft Griechenland künftig eine Schlüsselposition für den südosteuropäischen Raum einnehmen zu können. "Dies sowie das verstärkte Engagement der griechischen Wirtschaft in den Nachbarländern sollten weitere Impulse für eine anhaltende Wirtschaftsbelebung aussenden und dazu beitragen, die Prognosen für einen Anstieg des BIP im laufenden Jahr von 3,5 Prozent zu erfüllen", erklärte der Handelsdelegierte. Für Österreichs Exporteure sei der griechische Markt damit ein durchaus interessantes und lohnendes Bearbeitungsgebiet. (Ne)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

AW-Referat Europa II
Dr. Leopold Birstinger
Tel.: (01) 50105-4406

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK