Zweites Ramsargebiet NÖ‘s im Waldviertel

13.000 Hektar Fläche bringen Verbindung mit Tschechien

St.Pölten (NLK) - Am Donnerstag, 17. Februar, wird der Standort für das Ramsar-Zentrum im zweiten Ramsar-Gebiet Niederösterreichs, der "Teich-, Moor- und Flusslandschaft Waldviertel", im St.Pöltner Regierungsviertel präsentiert. Zur Wahl standen 24 Waldviertler Standorte. Bisher war Niederösterreich nur durch ein Ramsar-Gebiet, die Donau-March-Thaya-Auen, vertreten. Bekanntlich hat die NÖ Landesregierung im Oktober 1999 die Aufnahme des nordwestlichen Waldviertels mit 13.000 Hektar Fläche in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention beantragt. Mit Beschluss vom 22. Dezember 1999 ist nun die Waldviertler Teich-, Moor- und Flusslandschaft in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung - besonders für Wasservögel und Watvögel -aufgenommen worden. Dieses Gebiet ist das zehnte in Österreich und das 1.013. weltweit.

Landeshauptmannstellvertreter Dr. Hannes Bauer meinte dazu, die Ernennung zum Ramsar-Gebiet sei eine weitere Anerkennung für die vorbildhaften Bemühungen Niederösterreichs, Naturschutz als eine große gesellschaftspolitische Aufgabe der Zukunft anzusehen. Das Waldviertel werde damit einmal mehr seiner Stellung als Ökoregion gerecht. Durch die wohl zusammenhängend zu sehenden Schutzgebiete Blockheide Gmünd, Gemeindeau Heidenreichstein, Hochmoor Schrems sowie das geplante Schutzgebiet Lainsitz gewinne das Waldviertel zunehmend auch als Tourismus- und Freizeitregion an Bedeutung. Positive wirtschaftliche Effekte seien damit vorprogrammiert.
Die bedeutsamen Feuchtareale im Bezirk Gmünd im nordwestlichen Waldviertel bilden mit den bereits bestehenden tschechischen Ramsar-Gebieten "Fischteiche Trebon" und "Moore Trebon" eine naturräumliche Einheit. Auch bedeutsame Bereiche im österreichischen Gebiet sind bereits geschützt. Zuletzt wurde das Naturschutzgebiet Rottalmoos bei Litschau unter Schutz gestellt.

Das Waldviertel mit seinem Granit- und Gneisvorkommen, mit der Lainsitz als einzigem Fluss Österreichs, der in die Nordsee mündet, dazu noch mit den vielen Fischteichen, denen der NÖ Landschaftsfonds als ein modernes Instrument des Vertragsnaturschutzes entgegenkommt, ist jedenfalls für ein Ramsar-Gebiet ideal geeignet. Besonders bedeutsam ist der sieben Kilometer lange Lainsitz-Abschnitt nördlich von Gmünd bis zur Staatsgrenze, wo der Fluss - durch Grundkäufe, die beweidet werden sollen - in 200 Meter Breite freie Mäander bildet. Feuchtwiesen, Tümpel, Auwaldreste und Hochstaudenfluren sind hier üblich. Zudem ist das Gebiet regelmäßig überflutet. Lainsitz, Reißbach und andere Bäche sind Lebensraum und Brutplatz für zahlreiche Vogelarten, aber auch die Libellenfauna ist hier beachtenswert. Die Anlage von zahlreichen Teichen der Region hatte ihren Höhepunkt im 15. und 16. Jahrhundert, aber auch heute können die zahlreichen stehenden Gewässer (Gebhartsteich, Bruneiteich, Neuhaslauer Teich, Winkelauer Teich, die Pürbach-Hoheneicher-Teichplatte und viele mehr) beeindrucken. Schilf, Weiden, Riedgräser, Verlandungszonen und Feuchtwiesen prägen den Rand der Teiche, die zu den wichtigsten österreichischen Brutgebieten für die Wasservögel zählen. Zudem lebt dort der Fischotter. In seichten Hangmulden und flachen Wasserscheiden wiederum liegen die Moore, wie bei Karlstift oder auf der Gmünd-Litschauer-Hochfläche. Sie zeigen noch die Torfwannen, wo früher die Menschen Brennmaterial förderten. Der rundblättrige Sonnentau oder der Sumpfporst sind hier besonders seltene Pflanzenarten, die an das Torfvorkommen erinnern.

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