Haider

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Polarisierung in Österreich Ausgabe vom 8.2.2000 Klagenfurt (OTS) - Es gibt keinen Mythos Haider. Es gibt einen begnadeten Populisten, der so heißt und der es versteht, die unbewältigte Vergangenheit der Österreicher für seine Zwecke zu nutzen. Ein Beispiel: Die Kriegsgeneration fühlt sich von den Jungen gedemütigt und missverstanden, weil ihr der Vorwurf gemacht wird, für Hitler gedient und gegen den Holocaust nichts unternommen zu haben. Und dann taucht ein Jörg Haider auf, klopft den Veteranen auf die Schulter und lobt sie. Das ist natürlich Balsam auf die noch offenen Wunden der Alten. So gesehen, war Krumpendorf eine symbolische Geste für eine Generation. Ein Populist ist einer, der es versteht, mit allen möglichen Schmähs die Gunst der Massen für sich zu gewinnen. Dass dieses Handwerk in Europa kein anderer so gut beherrscht wie der Bärentaler, weiß man inzwischen auch in Washington. Ihn mit den Waffen der Rhetorik schlagen zu wollen, gelang bisher nur wenigen. Deshalb ist der Versuch deutscher TV-Moderatoren und Journalisten müßig, den FPÖ-Chef mit Worten in die Knie zu zwingen. Meistens ist er der lachende Sieger, der letztlich das Publikum hinter sich hat. Wer Haider nicht will, ist daher gut beraten, ihn nicht ein-, sondern auszuladen. In Österreich ist die Öffentlichkeit einen Schritt weiter. Da gibt es jene, die bedingungslos an seinen Lippen hängen und ihm jedes Wort abnehmen. Egal, ob er die Wahrheit sagt oder nicht. Und es gibt andere, die ihm nichts glauben, egal, ob er seine Meinung ändert und sich für Aussagen entschuldigt. Mit dieser Polarisierung muss Österreich leben.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI