"Neue Zeit" Kommentar: "Verbrannte Erde" (von Helmut Griess)

Ausgabe vom 8. 2. 2000

Graz (OTS) - Mit fast rührendem Eifer war "Zur Sache"-Moderator Peter Pelinka Sonntag Abend um Mäßigung und Versachlichung in der innenpolitischen Auseinandersetzung bemüht. So lange die TV-Kameras eingeschaltet waren, hatte er damit auch einen gewissen Erfolg. Davor, daneben und danach setzte Jörg Haider seine Strategie der Zuspitzung und Verschärfung fort: Obwohl er selbst gar nicht dem Nationalrat angehört, kündigt er einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss gegen den bisherigen Bundeskanzler an. Ihn und den Bundespräsidenten verdächtigt er des "Hochverrats", weil beide ihre internationalen Kontakte benützt hätten, um Proteste gegen ihn zu entfachen. Klimas Zurückweisung dieser Unterstellungen ist für Haider auf "Bassena-Niveau" - und auf geht's, selbstverständlich fern jeder Bassena, zum Gericht.

In dieser Politik der "verbrannten Erde" können Haiders Kumpane nicht zurückstehen. Am schärfsten Ex-"Dobermann" Ewald Stadler, der dem Wiener Caritas-Direktor Michael Landau sofort ein "unqualifiziert und hetzerisch" entgegen schmettert, nur weil dieser befürchtet, dass unter der FP-VP-Regierung die sozial Schwächsten unter die Räder kommen könnten.

Gleichzeitig verspricht Haider, dass er die Arbeit der neuen Regierung in Wien von Klagenfurt aus "nicht stören" wird. Das mag schon sein: Wenn Haider so weiter macht, wird die Regierung zu gar keiner Arbeit kommen, die irgendwer stören könnte. Und Haider wird so weitermachen.

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