Dirnberger: Haider hat Veit Schalle von Billa ein Geschenk gemacht

Regierungspakt sieht massive Verschlechterungen für Handelsangestellte vor

Wien (OTS) - Arbeiten derzeit Handelsangestellte, in der überwiegenden Mehrheit Frauen, an einem langen Samstag, so steht ihnen der folgende Samstag als freier Tag zu. Das will nun die neue Regierung unter einer FPÖ-Sozialministerin abschaffen, kritisiert AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB) die frauen- und familienfeindliche Maßnahme.

Der Hintergrund ist klar: Dass Verkäuferinnen nach Diktat beliebig Samstage hintereinander arbeiten müssen, ist seit längerem Forderung der BILLA-Handelskette. Und weiters ist seit langem klar, dass sehr freundschaftliche Bande zwischen Jörg Haider und dem BILLA-Boss Veit Schalle, der auch immer wieder - undementiert - als FP-Wirtschaftsminister im Gespräch war, bestehen. Dirnberger: "Es stellt sich da schon die Frage, ob und wenn ja, welche Unterstützungen, etwa für den Wahlkampf, es von durch Schalle an die FPÖ gegeben hat, um diese Schlechterstellung der Verkäuferinnen ins Regierungsprogramm einzubringen".

Der AK-Vizepräsident betont auch, dass diese Vorhaben, nämlich die arbeitsrechtliche Schlechterstellung der Frauen im Handel, überhaupt nichts mit der Budgetsanierung zu tun hat. "Es geht dabei nur darum, die Gewinnsicht der Handelskonzerne zu stillen, und sei es um den Preis der weiteren Schlechterstellung zigtausender Verkäuferinnen. Jörg Haider, der sich selbst so gerne als Fürsprecher des kleinen Mannes darstellt, hat auch hier seine Maske fallen lassen. Mit dieser Kampfansage an die Verkäuferinnen ist er sicher nicht der Mann für die kleine Frau." Künftig kann sich etwa die Billa-Kassierin mit dem "Sozialpartner Veit Schalle" schutzlos die Arbeitszeiten selbst regeln.

4-stündige durchgehende Mindestarbeitszeit ist im Handel ein

Gebot der Stunde

Mit diesen Methoden werden die Handelsangestellten zu jederzeit abrufbaren Arbeitssklaven der Gegenwart. Schon jetzt sind diverse Missstände üblich: Unbezahlte Überstunden, willkürlich angesetzte Arbeitszeiten, unbezahlte Arbeitszeiten vor und nach Geschäftsöffnung, etc. "Der Konkurrenzkampf der Handelsketten darf nicht länger auf dem Rücken der Handelsangestellten geführt werden. Leider hat auch die zuständige SP-dominierte Gewerkschaft für die Handelsangestellten bei den KV-Verhandlungen im vergangenen November diesbezüglich wieder völlig versagt. So wurde nicht einmal die 4-stündige durchgehende tägliche Mindestarbeitszeit, die künftig einiges an Willkür von Seiten der Konzernleitungen verhindert hätte, durchgesetzt", kritisiert Dirnberger und nennt "diese Maßnahme ein Gebot der Stunde für die Verkäuferinnen, um der zunehmenden billigen Arbeit auf Abruf zu begegnen". Es sei, so Dirnberger, ja geradezu eine Verhöhnung der Handelsangestellten, wenn man ihnen dann empfiehlt, auf Filialebene Sozialpartnerschaft zu spielen und sich in der Filiale gegen den Konzern durchzusetzen. "Die Realität sieht doch so aus: Wer die Einteilung des Chefs nicht akzeptiert, fliegt", bringt Dirnberger die Folgen des Nachgebens der FPÖ an die Konzernherren auf den Punkt.

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