Kündigungsgrund: "Neue politische Situation"

Wien (ÖGB/KMSfB). Im Sommer 1999 gab es Polemiken des FP-Führers Haider gegen Gerhard Marschall, Innenpolitik-Redakteur bei den Oberösterreichischen Nachrichten.
Jetzt wurde Kollegen Marschall eine einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses "angeboten". Herausgeber und Chefredakteur beteuern:
"Der Grund dafür liegt vielmehr im Stil der Beiträge von Redakteur Marschall, die immer wieder, und in den letzten Monaten zunehmend, Überparteilichkeit, Äquidistanz und Objektivität vermissen ließen,..."++++

In einer am Freitag stattgefundenen Redakteursversammlung protestierte die
Redaktion "schärfstens gegen das erzwungene und politisch motivierte Ausscheiden des Kollegen Gerhard Marschall". Diese Aktion gefährde die Glaubwürdigkeit der

"Oberösterreichischen Nachrichten" als unabhängige und weltoffene Zeitung,
die sich für die Gesamtinteressen des Landes einsetzt. Die Redaktion fordert nachdrücklich die Rückkehr Marschalls. "Ferner fordert die Redaktion vom
Herausgeber und vom Chefredakteur Garantien gegen weitere politisch motivierte Kündigungen oder Entlassungen sowie für die Unabhängigkeit der
'Oberösterreichischen Nachrichten'."

Die Geschäftsführung der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe
hat heute folgenden Brief an Herausgeber und Chefredaktion der Oberösterreichischen Nachrichten gerichtet:

Sehr geehrte Herren!

Neben vielen anderen zu erwartenden Grausamkeiten infolge der politischen
Wende werden wir es nicht hinnehmen, dass politisch unliebsame Kolleginnen
und Kollegen quasi vorauseilenden politischen "Säuberungen zum Opfer fallen.

Wenn es stimmt, und für uns besteht nach bisherigen Informationen daran
kein Zweifel, dass unser Mitglied Gerhard Marschall nur deswegen aus der
Redaktion entfernt werden sollte, weil er politisch missliebig ist, dann
versichern wir Kollegen Marschall unserer uneingeschränkten Solidarität
und werden geeignete Schritte unternehmen, um ihn vor Willkür zu schützen.

Gleichzeitig verlangen wir nachdrücklich die Rücknahme dieser Maßnahme.

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Thomas Linzbauer
Zentralsekretär Vorsitz

ÖGB, 07. Februar 2000 Nr. 61

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