Rasche Auftragsvergabe öffentlicher Bauvorhaben notwendig

Ein Drittel der Bauaufträge 2000 von öffentlicher Hand -Belangsendung der WKÖ am 9.2.2000 auf Ö1 um 5:56

Wien(PWK) Das Baugewerbe ist mit 100.000 Arbeitnehmern der größte private Arbeitgeber Österreichs. Herr Ing. Lahofer, Sie sind Bundesinnungsmeister der Baugewerbe in der Wirtschaftskammer Österreich, Ihre Branche hat als erste in Gewerbe und Handwerk ein Zukunftsbild entwickelt. Was waren die Beweggründe dafür? Dazu der Bundesinnungsmeister Lahofer:

"In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für die österreichischen Baumeister grundlegend geändert. Die Zeit war also reif für eine umfassende Standortbestimmung. Einige Beispiele: Der Wohnbau geht massiv zurück, Baupreise verfallen, Förderungen werden gekürzt, die Welle der Insolvenzen reißt nicht ab und die Zahl der Bau-Arbeitslosen steigt. Wir haben uns daher entschlossen, mit dem Leitbild für die rund 9.000 österreichischen Baumeister klare Zukunftsperspektiven für unsere Branche zu entwickeln."

Einige wesentliche Verhandlungserfolge gegenüber Gewerkschaften und anderen Interessenvertretungen hat das Baugewerbe in den vergangenen Jahren bereits erreicht, etwa das Jahresarbeitszeitmodell, die Gleichstellung der planenden Baumeister mit den Architekten oder Maßnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit.

Lahofer:
"Das ist richtig, ist uns aber nicht genug. Damit die Baumeister auch in Zukunft qualitativ hochwertige Bauleistungen erbringen können, brauchen wir Rahmenbedingungen, die diese ermöglichen. Im Mittelpunkt steht dabei eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit, wir brauchen vereinfachte, flexible Arbeitsmodelle und Änderungen für die Lehrlingsausbildung. Vor allem aber verlangen wir eine steuerliche Entlastung von offiziellen Bauleistungen, um Pfusch und Schwarzarbeit wirksamer bekämpfen zu können."

Die österreichische Bauproduktion hat im Vorjahr um gut drei Prozent zugelegt. Diese positive Entwicklung der Bauwirtschaft hängt doch entscheidend von der raschen Vergabe öffentlicher Bauaufträge ab, die derzeit einfach nicht stattfindet. Entsteht für die Branche hier nicht eine gefährliche Lücke?

"Ja, diese Gefahr besteht. Etwa ein Drittel der gesamten Bauaufträge für das Jahr 2000 werden von der öffentlichen Hand erwartet. Die Bauwirtschaft rechnet dringend mit diesen Auftragsvergaben, um den Mitarbeiterstand halten und rasch mit der Bautätigkeit beginnen zu können. Wenn nicht sehr schnell öffentliche Aufträge und Gelder beschlossen und vergeben werden, würde dem derzeit spürbaren Aufwind in der Bauwirtschaft nachhaltig geschadet werden", so Lahofer. (pt)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4462
e-mail: presse@wkoe.wk.or.at

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK