"Neues Volksblatt" Kommentar: "Rollenspiele" (von Walter Salzmann)

Ausgabe vom Montag, 2. Februar 2000

Linz (OTS) - Mit "Empörung" hat der SPÖ-Vorsitzende Behauptungen Haiders zurückgewiesen, wonach Klima der FPÖ zwei bis vier Ministerposten angeboten habe. Der Hinweis des Ex-Kanzlers, dass es "immer klar gewesen" sei, dass die SPÖ mit der FPÖ "keine Koalition" eingehen werde, stimmt. Er entkräftet aber nicht den Vorwurf, dass Klima bei seinen Bemühungen, eine SPÖ-Minderheitsregierung auf die Beine zu stellen, mit entsprechenden Angeboten operiert hat. Zwischen "Vertrauensleuten der FPÖ" in einer SPÖ-Minderheitsregierung plus Duldungsabkommen und einer offiziellen Koalition ist nun einmal ein großer Unterschied. Und schließlich hat seinerzeit auch der oö. FPÖ-Chef Hans Achatz gegenüber dem VOLKSBLATT Klimas Angebot an die FPÖ ("vier Ministerposten") festgehalten. Interessanter erscheint die Rolle des Bundespräsidenten. Thomas Klestil ist selbstverständlich zu glauben, dass er keinerlei Aktionen gegen Österreich initiiert habe. Was die Öffentlichkeit bis dato allerdings vermisst, ist eine Feststellung Klestils, wonach er sich bei seinen vielen Telefonaten seinerseits mit aller Kraft dafür eingesetzt hat, dass die geplanten Aktionen gegen Österreich nicht realisiert werden! Als österreichischer Bundespräsident wäre er dazu wohl verpflichtet gewesen.

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