"Neues Volksblatt" Kommentar: "Demokratie" (von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 5. 2. 2000

Linz (OTS) - Die österreichischen Sozialisten nennen sich zwar
seit einigen Jahren wieder Sozialdemokraten. Wie es um ihre demokratische Gesinnung bestellt ist, zeigt sich in diesen Tagen. Seit gestern sind sie nach demokratischen Spielregeln nicht mehr an der Macht. Seit gestern beweisen sie, dass sie den Verlust der Macht nicht als gute Demokraten zu akzeptieren bereit sind. Nicht dass man den Aufmarsch von Berufsdemonstranten all zu ernst nehmen muss. Von den Machthabern von gestern werden sie aber offensichtlich gern gesehen, weil sie so schön das Bild vortäuschen, ganz Österreich gehe auf die Straße. Natürlich geht es dabei auch um das Phänomen Haider und dafür kann man durchaus Verständnis haben. Tatsächlich dürften viele Genossen aber mehr unter dem eigenen Machtverlust als unter Haider leiden. Das trifft übrigens auch auf die 14 in der EU zu, die mehrheitlich sozialistisch regiert werden und auch deshalb über Österreichs SPÖ-Rausschmiss so viele Tränen verlieren. Demokratie heißt aber, wechselnde Mehrheiten zur Kenntnis zu nehmen. Die SPÖ wird noch einiges lernen müssen.Wie wird sich zum Beispiel der ÖGB künftig verhalten? Betreibt er Parteipolitik für die SPÖ oder sucht er als Sozialpartner auch mit der Regierung das Gespräch? Demokratie ist eben spannend.

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