Pharmig: "Eine Enttäuschung" Erste Pharmig-Reaktion zu den Gesundheits-Plänen der neuen Regierung

Wien (OTS) - Als "enttäuschend" bezeichnete Dr. Ulrich H. Bode, Präsident der Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, das geplante Regierungsprogramm-Gesundheit der schwarz-blauen Koalitionspartner. Schon in ihren gesundheitspolitischen Papieren vor der Wahl hätten ÖVP genauso wie FPÖ eine ganze Reihe von diskussionswürdigen Ideen niedergeschrieben; ein klares Bekenntnis, das Gesundheitswesen aber endlich als Ganzes zu begreifen und aus gesamtheitlicher Sicht längst überfällige Reformen anzugehen, hätte jedoch auch dort gefehlt.

Zwt.: Überkommenes "Töpfchendenken"

Für Bode ist es ganz klar, dass Fragen des Gesundheitswesens in der nächsten Legislaturperiode Priorität haben und ernst gemeinte Schritte zu einer Restrukturierung unternommen werden müssen. Der Pharmig-Präsident: "Wir müssen endlich von einem von Partikularinteressen und "Töpfchendenken" geprägten Gesundheitswesen zu einem Gesundheitssystem kommen, in dem alle Kräfte im Sinne der BürgerInnen mit hoher Qualität und unter Beachtung vernünftiger ökonomischer Parameter zusammenarbeiten können und dürfen." Einseitige Betrachtungsweisen seien wohl ein "gewohntes Bild", jedoch nicht zielführend, will man die hohen Standards in der Versorgung der heimischen Bevölkerung mit medizinischen Leistungen nicht kippen und Österreich vom medizinischen Fortschritt abkoppeln.

Zwt.: Spitalspläne sind "Fehleinschätzung"

Als "Fehleinschätzung" kommentierte der Pharmig-Präsident überdies die "eher flachen und wenig aussagekräftigen" Pläne für die heimischen Spitäler. Bode: "Das verwundert doch sehr, wenn man bedenkt, dass die Krankenhäuser rund ein Drittel der Gesundheitsausgaben der Sozialversicherung für sich beanspruchen, denn hier könnte man zweifellos einsparen, ohne dass die Patienten darunter leiden müssten." (Anm: Spitäler: 29,13 Prozent Anteil an den Ausgaben des Hauptverbandes, Heilmittel, d.s. Medikamente, Verbandsstoffe, Einwegspritzen, etc.: ca. 16 %, Zahlen 1997, Anm.)

Zwt.: "Runder Tisch": Bitte mehr als nur Berichte!

Vom geplanten "Runden Tisch" erwartet sich Bode als Pharmig-Präsident "mehr als das Zusammenstellen von Berichten". Alle Beteiligten am Gesundheitswesen - auch die Pharmaindustrie - müssten in sektorenübergreifende Diskussionen im Sinne eines Integrierten Gesundheitswesens eingebunden werden, um tatsächlich haltbare Strategien für die Zukunft zu entwerfen. Es müsste nach der politische Mut aufgebracht werden, die Kernfrage, was Gesundheit den BürgerInnen tatsächlich wert ist. Der Langfrist-Trend zeige nämlich schon seit Jahren klar, dass die Ausgaben für Gesundheitsleistungen von höchster Qualität, wie sie das heimische Gesundheitswesen jetzt anbietet, gar nicht sinken können.

Zwt.: Österreich braucht eine Innovationsoffensive !

In diesem Zusammenhang forderte der Pharmig-Präsident eine "Innovationsoffensive". Damit bekäme Österreich die "Riesen-Chance" (Bode), sich neuerlich als Kompetenzzentrum in Medizin, Wissenschaft und Forschung zu präsentieren. Es gelte auch den bekannt Fortschritts-scheuen Österreichern bewusst zu machen, dass gerade innovative Technologien und Produkte große Chancen für den Arbeitsmarkt bergen. Gerade für die pharmazeutische Industrie, die wie keine andere Branche in Forschung und Entwicklung investiert (Durchschnitt 15 % vom Umsatz; zum Vgl.: Telekommunikation: 3-5 % vom Umsatz, Anm.), seien zudem ein positives Innovationsklima und damit zusammenhängende attraktive Rahmenbedingungen auch lebenswichtige Fragen zur Erhaltung des Standortes Österreich.
++/rm

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