Entwicklungshilfe als Massstab für humanistische Werte

Wien (OTS) - Die Wirklichkeit der Entwicklungszusammenarbeit ist einer der möglichen Maßstäbe dafür, ob eine Gesellschaft humanistische Werte, Menschenwürde und solidarische Mintmenschlichkeit für wichtig hält oder nicht, erklärte der Vorsitzende der AGEZ, Heribert Steinbauer.

Die Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ), die Dachorganisation von 29 entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen, stellte anläßlich ihrer 22. (a.o.) Vollversammlung am 3. Februar 2000 zur gegenwärtigen Situation der Arbeit für die Dritte Welt fest:

Die Aussprache bei der Vollversammlung hat einen tiefe Beunruhigung bei vielen Organisationen über die politische Situation in Österreich ergeben. Zahlreiche Mitglieder in den Organisationen teilen die von Bundespräsident Klestil geäußerten Besorgnisse zur innenpolitischen Entwicklung; dies gilt insbesondere für die Schnittstelle von Entwicklungspolitik mit Fremdenhaß und Rassismus.

Die Organisationen der AGEZ erwarten von einer zukünftigen Bundesregierung, daß diese die Entwicklungspolitik als einen wichtigen Maßstab für Österreich als Träger von humanistischen Werten, Menschenwürde und solidarischer Mitmenschlichkeit versteht.

Wesentliche Punkte für die Zukunft der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit sind:

1. Klarheit über die weiteren Vorstellungen Österreichs zur Erreichung des oftmals geäußerten Zieles 0.7% des BNP für Maßnahmen der Entwicklungspolitik einzusetzen durch Vorlage eines Katalogs von Maßnahmen und konkreten Terminen.
2. Sofortmaßnahme: Zurücknahme der angekündigten Budgetkürzungen 3. Anspruch für die laufende Legislaturperiode: Anhebung des Anteils der bilateralen Programm- und Projektmittel der Entwicklungshilfe einschließlich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit auf 2 Milliarden ATS und Schaffung eines eigenen NGO-Förderbereichs.
4. Anerkennung der Arbeit der NGOs, die in vielen Projekten Professionalität, Idealismus und ehrenamtliches Engagement zu verbinden wissen.
5. Rasche Klärung der in den letzten Monaten entstandenen Vertragssituation zu einzelnen Projekten.
6. Deutlicher Rückbau des Bürokratiedruckes bei der Zusammenarbeit von Ministerium und Projektträger.
7. Vorlage einer zukunftssicheren gesetzlichen Absicherung der entwicklungspolitischen Arbeit

Über diese konkreten Fragen der österreichischen Entwicklungsarbeit hinaus, erwarten die Mitglieder der AGEZ eine deutliche Berücksichtigung der Ziele der OECD aus 1996 ("Shaping the 21st Century") wie z.B. Halbierung der extremen Armut, Verringerung der Kindersterblichkeit, Reduzierung der Müttersterblichkeit bis 2015, in die Maßnahmen österreichischer Außenpolitik.

Neuerlich wollen die VertreterInnen der NGOs ihre Bereitschaft anbieten, bei der Formulierung des österreichischen Standpunktes der Abkommen internationaler Zusammenarbeit, wie etwa WTO, mitzuwirken.

Rückfragen: Mag. Elfriede Schachner, AGEZ;
Tel und Fax: 01/317 40 16

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