Pharmig zu Dirnberger-Äußerungen: Dirnberger hat offenbar Informationsdefizit - Pauschalverurteilungen ungerechtfertigt

Wien (OTS) - In einer APA-OTS-Aussendung von gestern, Mittwoch,
hat sich Arbeiterkammer-Vizepräsident Dirnberger kritisch zu den Verschreibungsgewohnheiten der Ärzte, die immer höhere Arzneimittelkosten nach sich zögen, sowie zu von ihm behaupteten fragwürdigen Usancen der Pharmaindustrie hinsichtlich der Beeinflussung dieser Verschreibungsgewohnheiten geäußert.

Die Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, stellt dazu fest:

1. Dirnberger dürften die Ergebnisse der vergangene Woche präsentierten neuen Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts an der Wirtschaftsuniversität Wien zur Entwicklung des heimischen Apothekenmarkts in den vergangenen 10 Jahren vor diesen Aussagen nicht bekannt gewesen sein. Ansonsten wäre es ihm bewusst, dass die gestiegenen Ausgaben (nicht: Kosten! - nicht: Preise!) für Arzneimittel vor allem auf Nachzieheffekte in der Medikamentenversorgung und auf strukturelle Veränderungen zurückzuführen sind. Österreich ist in keinem der wichtigen Gesundheitsindikatoren ein "Ausreißer" - es erlebt derzeit lediglich eine Entwicklung, die andere europäische Länder schon längst hinter sich haben.

2. Die Pharmig verwehrt sich nachdrücklich gegen die von Dirnberger angezogenen Pauschalverurteilungen hinsichtlich einer unstatthaften Beeinflussung der Ärzteschaft auf deren Verordnungsverhalten durch die Pharmaindustrie. Wie auch Dirnberger bekannt sein dürfte, regelt neben dem heimischen Arzneimittelgesetz auch der Pharmig-Verhaltenskodex (nachzulesen auf der Pharmig-Homepage: http://www.pharmig.or.at, Anm.) im Sinne einer freiwilligen Selbstbeschränkung der Industrie deren Marketing- und Werbeverhalten. Da dieser Verhaltenskodex als Handelsbrauch anerkannt ist, ist er für alle Unternehmen der heimischen Pharmaindustrie bindend. - Die Industrie selbst ist keineswegs an irgendwelchen unseriösen Auswüchsen dieses Verhaltens interessiert und kann betroffenen Unternehmen gegenüber auch Sanktionen verhängen. - Wenn Herrn Dirnberger konkrete Fälle von Fehlverhalten bekannt sind, sollte er jedenfalls, rät die Pharmig im Interesse der Branche, gemäss den Bestimmungen des Verhaltenskodex Anzeige bei der Vereinigung erstatten.

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