"Neue Zeit" Kommentar: "Der Garant" (Von Josef Riedler)

Ausgabe vom 3.2.2000

Graz (OTS) - Ein Garant will der ÖVP-Obmann Schüssel sein, wenn er Bundeskanzler von Haiders Gnaden wird, dass Österreich ein Hort der Menschenrechte, der Demokratie, der Toleranz, der Europagesinnung, der Anständigkeit sein wird. Diese Garantie gibt Wolfgang Schüssel in den vergangenen Tagen alle zwei Stunden einmal ab. Und erstreckt sie auch gleich auf seinen Neu-Freund Haider, auf die FPÖ und auf eine allfällige blau-schwarze Koalition. Der Garant ist jener Wolfgang Schüssel, der vor wenigen Wochen die unverbrüchliche Garantie abgegeben hat, mit seiner Partei in die Opposition zu gehen, wenn sie an dritter Stelle landen sollte. Man sieht, wir haben es da mit einem zu tun, der weiß, wovon er redet. Warum Schüssel es für notwendig hält, von persönlichen Garantien zu faseln, liegt auf der Hand und er sagt es selber immer wieder, wenn von seinem Haider-Pakt die Rede ist: "Ich verstehe die Sorgen und Ängste!" - Es ist nicht zu fassen:
Er versteht die weltweiten Sorgen und Ängste vor Haider und seiner Gesellschaft - und macht sich zu dessen engstem Kumpanen. Welcher Ehrgeiz, welcher Teufel reitet diesen Wolfgang Schüssel, dass er -der als Außenminister genau gewusst hat, was da kommt - das österreichische Volk in die schlimmste Situation seit dem Staatsvertrag treibt, unsere Wirtschaft schwer beschädigt, das Ansehen der Republik aufs Spiel setzt und obendrein die eigene Partei ruiniert? Wenn in der ÖVP noch ein Funke Überlebenswille ist, muss sie diesen Mann so schnell es geht, los werden.

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