Maderthaner: Einvernehmen mit Handelsräten der EU-Staaten

Neue Regierung verwirklicht EU-Ziele: Budgetkonsolidierung und EU-Erweiterung

Wien(PWK) "Wir haben in jeweils bilateralen Gesprächen vereinbart, die guten wirtschaftlichen Beziehungen, die unsere Staaten seit Jahren verbinden, nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern auch weiter auszubauen. Das ist auch der ausdrückliche Wunsch meiner Gesprächspartner gewesen," berichtete WKÖ-Präsident Leo Maderthaner über seine Kontaktgespräche, die er Mittwoch mit den in Wien akkreditierten Handelsräten von sechs EU-Staaten geführt hat. Die Gespräch mit den Handelsräten der noch verbleibenden EU-Staaten sind für morgen, Donnerstag, terminisiert.

"Alle meine Gesprächspartner haben mir versichert, dass Österreich auch weiterhin ein von allen geschätzter Wirtschaftspartner bleiben soll. Ich habe darauf hingewiesen, dass aus den bisherigen Pressegesprächen die wesentlichen Exponenten der Österreichischen Volkspartei und der Freiheitlichen Partei Österreichs hervorgeht, die von der EU vorgegebenen Zielvorstellungen umzusetzen: Unser Staatshaushalt soll nach den EU-Kriterien konsolidiert und die EU-Erweiterung in Angriff genommen werden," berichtete WKÖ-Präsident Maderthaner über den Inhalt der Gespräche.

Maderthaner betonte auch, er sei als "Großkoalitionär" und Haider-Kritiker bekannt. Dennoch sollte die geplante ÖVP-FPÖ-Koalitionsregierung jetzt die Chance haben, staatspolitische Verantwortung zu beweisen. Die Erklärung des EU-Rates bezeichnete Maderthaner als "Überreaktion". Ganz Europa müsse wissen, dass Österreich unter Führung Wolfgang Schüssels unbeirrt auf Europakurs bleibt, betonte Maderthaner.

In scharfen Worten kritisierte der WKÖ-Präsident beleidigende Äußerungen Haiders gegenüber dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac und der belgischen Regierung und erklärte: "Wenn Haider staatspolitische Verantwortung übernehmen will, dann muss er auch staatspolitisch auftreten und zwar in seinem Benehmen und in seinen öffentlichen Erklärungen."

In einem Zwischenbericht der österreichischen Handelsdelegierten aller 14 EU-Staaten an Wirtschaftskammer-Präsident Leo Maderthaner heißt es unter anderem:

+ Kurzfristig werden keinerlei Auswirkungen auf österreichische Exporte, die im wesentlichen aus Investitionsgütern und Maschinenlieferungen bestehen, erwartet.
+ Bei Konsumgütern, die mit Österreich assoziiert werden (Sportartikel, Lebensmittel, Getränke, Textilien) könnten bei Anhalten einer längerfristigen negativen Medienberichterstattung Rückgänge bei unseren Exporten eintreten.
+ Problematischer ist die Situation im Tourismus, da Buchungen kurzfristig storniert werden könnten.
+ Bei den Investitionen ausländischer Unternehmen besteht ebenfalls die Gefahr, dass Einzelentscheidungen gegen den Standort Österreich getroffen werden.

"Ich stehe in dauerndem Kontakt mit unseren Handelsdelegierten in den EU-Staaten, in den Vereinigten Staaten und in Norwegen sowie in der Schweiz," erklärte Maderthaner. "Wir müssen die eventuellen Auswirkungen dieser aktuellen politischen Vertrauenskrise sehr ernst nehmen und auf informeller Ebene bei allen unseren Freunden in Europa vertrauensbildende Maßnahmen setzen, damit Österreich vor negativen wirtschaftlichen Folgen verschont bleibt", betonte der WKÖ-Präsident. (hv)

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