Grünewald fürchtet um Universitätsstandort Österreich Grüne: Gesellschaftskritische Forschung wird behindert werden

"Die internationalen Reaktionen auf das neue Regierungsbündnis von FPÖ und ÖVP werden nicht ohne negative Auswirkungen auch auf den Forschungs- und Bildungsbereich bleiben. Forschung und Bildung leben von Innovation und Kreativität. Voraussetzung dafür sind Chancengleichheit, Liberalität, Toleranz, Internationalität und das kritische Hinterfragen konservativer hierarchischer Systeme. Davon ist jedoch von seiten FPÖVP nichts zu spüren", kritisert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald.

Die Regierung will die Verantwortung des Staates auf eine Art kaufmännische Aufsicht reduzieren, und Universitäten sollen über den freien Zugang und Studiengebühren nach den Spielregeln des Marktes und den Druck knapper Budgets entscheiden. Die negativen Auswirkungen von Studiengebühren auf die Partizipation im Bildungsbereich, die Chancengleichheit, die Frauenquoten und die Nachwuchsförderung scheint trotz zahlreicher diesbezüglicher Studien von FPÖVP nicht verstanden worden zu sein. "Außerdem können kurzfristige ökonomische Nützlichkeiten und wechselnde Moden Grundlagenforschung, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie gesellschaftskritische Studienrichtungen in ihren Entwicklungsplänen entscheidend behindern", so Grünewald.

Die Aussagen von Werner Amon, dem Bildungsexperten der ÖVP, der die Vorteile eines riesigen, kaum regierbaren Bildungsministeriums mit Schulen und Universitäten deswegen preist, weil dann 'das gesamte Bildungssystem eine politische Handschrift trägt und harmonisiert wird' kann unter den derzeitigen Umständen der Polarisierung und Isolation Österreichs nur als gefährliche Drohung angesehen werden. "Wenn Amon medizinische Fakultäten als eigene Universitäten wünscht und sie dann bereits als 'Silicon Valley der Gesundhei' sieht, vergißt er das Bären-Valley, das unsere internationalen wissenschaftliche Kontakte gefährdet und erschwert. Die Restauration des Konservativismus und die alleinige Herrschaft des Marktes waren nie Triebfedern einer humanistischen Bildungs- und Forschungspolitik. Der Applaus dafür kommt zumeist von jenen, die sich angesteckt von den Regierungsverhandlugen eine Zuwachs von Macht und Einfluß sichern wollen. Ob das die klügsten Köpfe sind mag bezweifelt werden, die besten sind es jedenfalls nicht", so Grünewald abschließend.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at

Pressebüro der Grünen im Parlament

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB/FMB