"Neues Volksblatt - Kommentar: "Hypotheken" (von Franz Rohrhofer)

Ausgabe vom 2.2.2000

Linz (OTS) - Es gab noch nie eine österreichische
Bundesregierung, die mit einer so schweren Hypothek ins Rennen gehen musste. Anderseits lässt sich eine Partei, die mehr als eine Million Wähler hinter sich hat, auf Dauer schwer vom Regieren ausgrenzen, auch wenn Europa sich das wünscht. Spätestens nach Neuwahlen würde sich die Frage noch bedrohlicher stellen. Aus der Verantwortung für diese Zwickmühle ist übrigens auch eine jetzt schadenfrohe SPÖ nicht zu entlassen, die verhandelt hat, als hätte es den 3. Oktober nicht gegeben. Sie ist ja nicht einmal bereit, Viktor Klima abzulösen, um den Funken einer Chance mit der ÖVP zu wahren. Es wird also eine mit Hypotheken belastete schwarz-blaue Regierung unter Wolfgang Schüssel geben. Dann geht's unverzüglich an das Aufarbeiten des Scherbenhaufens. Der erste Sanierungsfall wird Jörg Haider selber sein. Am besten, er legt gleich einmal den Parteivorsitz in der FPÖ nieder und schweigt sich in Kärnten aus, damit die Regierung endlich arbeiten kann. Wolfgang Schüssel hat den Gang durch die europäischen Hauptstädte anzutreten, um zu beweisen, was im Regierungsprogramm wirklich steht. Der Herr Bundespräsident hat ihn dabei in aller Welt tatkräftigst zu unterstützen. Das ist der harte Weg zur europäischen Normalität.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782

Neues Volksblatt

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS